Warmes Wasser ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Wohnqualität – ob beim Händewaschen, Duschen oder Spülen. Welche Art der Warmwasserbereitung sinnvoll ist, hängt von den baulichen Gegebenheiten sowie von Komfort-, Energie- und Hygieneanforderungen ab. Dezentrale Elektro-Warmwassergeräte stellen dabei eine zunehmend häufiger genutzte Lösung dar.
Vor allem Einfamilien- und kleine Mehrfamilienhäuser werden häufig über eine zentrale Warmwasserbereitung versorgt. Sie besteht aus einem bedarfsgerecht ausgelegten Warmwasserspeicher und einem Wärmeerzeuger, die in räumlicher Nähe aufgestellt und miteinander verbunden sind.
Allerdings kann in bestehenden älteren Gebäuden z. B. die nachträgliche Versorgung mit warmem Wasser für ein umgebautes Gäste-WC, ein geplantes neues Bad unterm Dach oder eine renovierte Küche zur baulichen und wirtschaftlichen Herausforderung werden. Aufgrund des erheblichen Installationsaufwands ist der Anschluss an das vorhandene zentrale System oft nicht wirtschaftlich – insbesondere bei langen Leitungsstrecken und eventuell notwendigen Stemmarbeiten.
Wann sich eine dezentrale Warmwasserbereitung anbietet
Unter den genannten, erschwerten Rahmenbedingungen empfiehlt sich der Einsatz von dezentralen Elektro-Warmwasserbereitern, die lediglich einen Kaltwasseranschluss und einen geeigneten Elektroanschluss benötigen. In unmittelbarer Nähe zur Entnahmestelle installiert, liefern sie schnell verfügbares, hygienisches und bedarfsgerecht temperiertes Warmwasser. Dank der kurzen Leitungswege sind die Wärmeverluste gering. Zudem gelten diese Geräte als wartungsarm.
Elektro-Speicher und Elektro-Durchlauferhitzer
Bei der dezentralen Trinkwasser-Erwärmung kommen in der Regel Elektro-Speicher und Elektro-Durchlauferhitzer als Warmwasserbereiter zum Einsatz. Grundsätzlich unterscheiden Fachleute zwei dezentrale Systemvarianten: Bei der sogenannten Einzelversorgung ist jeder Zapfstelle ein eigenes Gerät zugeordnet, etwa einem Waschbecken, einer Spüle oder Dusche. Versorgt ein Gerät mehrere oder alle Entnahmestellen, spricht man von einer Gruppenversorgung bzw. wohnungszentralen Versorgung.
In Mehrfamilienhäusern kommen dezentrale Elektro-Warmwassergeräte zunehmend in Neubauten oder im Zuge von Heizungssanierungen zum Einsatz, insbesondere in Kombination mit Heizwärmepumpen. Gründe hierfür sind unter anderem die höhere Effizienz einer ausschließlich für die Raumheizung ausgelegten Wärmepumpe, ein unkomplizierter Legionellenschutz sowie die deutlich vereinfachte Verbrauchsabrechnung.
Aufbau und Einsatzbereiche von Elektro-Warmwasserspeichern
In ihren wärmegedämmten Behältern bevorraten Elektro-Warmwasserspeicher eine definierte Wassermenge. Bei einer Warmwasserentnahme strömt automatisch kaltes Wasser nach, das vom integrierten Heizelement zeitversetzt wieder auf die eingestellte Warmwassertemperatur erwärmt wird. Die Behältergröße wird entsprechend dem Bedarf gewählt.
Kleinspeicher mit 5 bis 15 Litern Warmwasserinhalt eignen sich vor allem zur Versorgung einzelner Zapfstellen, etwa von Wasch-, Ausguss- oder Spülbecken. Eine Sonderbauform stellen Kochendwassergeräte dar, die oberhalb der Zapfstelle an der Wand montiert werden.
Mehrere räumlich nahe beieinanderliegende Zapfstellen – beispielsweise in einem Bad – lassen sich mit druckfesten Wandspeichern mit etwa 30 bis 150 Litern Nenninhalt versorgen. Höchsten Komfort bieten hierbei elektronisch geregelte Wandspeicher.
Warmwasserspeicher verfügen – abhängig von ihrem Behältervolumen – gegenüber Durchlauferhitzern über eine höhere kurzfristig abrufbare Warmwasserleistung. Die notwendige Bevorratung und das regelmäßige Nachheizen gehen jedoch mit erhöhten Bereitschafts- und Wärmeverlusten einher. Gleichzeitig ist der Platzbedarf eines Speichers höher, wobei eine verdeckte Montage, beispielsweise im Wandschrank, häufig realisierbar ist.
Funktionsprinzip und Vorteile von Elektro-Durchlauferhitzern
Am häufigsten werden heute Elektro-Durchlauferhitzer eingesetzt. Die kompakten Geräte besitzen keinen Warmwasservorrat. Das integrierte Heizelement wird erst beim Öffnen einer angeschlossenen Armatur aktiviert – der Stromverbrauch erfolgt somit ausschließlich während der Entnahme. Je nach Bauform und Ausführung können sie eine oder mehrere Zapfstellen kontinuierlich mit Warmwasser versorgen.
Wichtig: Hydraulische Durchlauferhitzer gelten als technisch überholt, da die Heizleistung ausschließlich über Wasserdruck und Durchflussmenge mechanisch geregelt wird – meist in maximal zwei Stufen und unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Dies führt nicht nur zu unnötig hohen Stromverbräuchen, sondern auch zu Komforteinbußen: Bereits geringe Druckschwankungen im Leitungsnetz können dazu führen, dass die Wassertemperatur plötzlich zwischen zu heiß und zu kalt wechselt.
Tipp: Der Austausch veralteter Geräte lohnt sich häufig. Moderne (voll-)elektronische Modelle sparen laut Experten bis zu 30 Prozent Energie ein – bei konstantem Warmwasserkomfort.
Klein- und Kompakt-Durchlauferhitzer für einzelne Zapfstellen
Mit einer Leistung von etwa 3 bis 7 Kilowatt versorgen Klein- oder Mini-Durchlauferhitzer energieeffizient kleinere Entnahmestellen, etwa ein Handwaschbecken im Gäste-Bad. Aufgrund ihrer sehr kompakten Bauweise lassen sie sich unauffällig unter dem Waschbecken montieren.
Kompakt-Durchlauferhitzer verfügen über elektrische Leistungen zwischen etwa 11 und 14 Kilowatt. Sie eignen sich für Anwendungen mit mittlerem Warmwasserbedarf, beispielsweise zur Versorgung einer Küchenspüle oder eines Waschbeckens. Dank ihrer platzsparenden Bauform sind sie sowohl für die Übertisch- als auch für die Untertischmontage geeignet, etwa im Unterschrank der Küchenspüle. Komfort-Modelle bieten eine stufenlose Temperatureinstellung sowie optional eine Funkfernbedienung, die sich auch an der Wand und im Sichtfeld befestigen lässt.
Klassische Durchlauferhitzer und Komfort-Varianten
Klassische Durchlauferhitzer besitzen Nennleistungen von etwa 18 bis 27 Kilowatt. Die Heizleistung bestimmt dabei die maximal verfügbare Warmwassermenge. Sie lassen sich sowohl sichtbar als auch verdeckt montieren, beispielsweise im Dusch- oder Badewannenbereich oder im Wandschrank.
Elektronisch gesteuerte Modelle berechnen die erforderliche Heizleistung anhand von zwei bis vier fest einstellbaren Temperaturstufen. Die Bedienung erfolgt in der Regel über einen Drehschalter.
Noch komfortabler und effizienter arbeiten elektronisch geregelte Durchlauferhitzer. Hier lässt sich die gewünschte Warmwassertemperatur meist stufenlos einstellen und wird auf einem optionalen Display angezeigt. Die Elektronik passt die elektrische Leistungsaufnahme kontinuierlich an, um die eingestellte Temperatur möglichst exakt zu erreichen und zu halten.
Die vollelektronischen Modelle bieten das höchste Niveau an Warmwasserkomfort, Energieeffizienz sowie Sicherheits- und Bedienfunktionen. Sie erreichen die Wunschtemperatur gradgenau. Zusätzliche Energie- und Wassersparfunktionen können den Verbrauch weiter reduzieren.
Spezielle Komfort-Ausführungen verfügen darüber hinaus (herstellerabhängig) über Zusatzfunktionen wie personenbezogene Duschprogramme, Touchdisplay, Multianzeigen für Wasser- und Energieverbrauch, Lautsprecher, Internet-Radio sowie WLAN- oder Bluetooth-Schnittstellen. Die Bedienung ist optional über wasserdichte Funkfernbedienungen, per App oder per Sprachbefehl möglich.
Fachgerechte Planung als Schlüssel für Komfort und Effizienz
Entscheidend für eine komfortable und zugleich energieeffiziente Warmwasserversorgung ist die fachgerechte Auswahl der Geräte- und Leistungsgröße. Maßgeblich sind dabei unter anderem die Art und Anzahl der Zapfstellen, die Nutzungsfrequenz, die Anzahl der Nutzer sowie deren individuelle Komfortansprüche. Je genauer die Bewohner ihr Verbrauchsverhalten dem Fachhandwerker beschreiben, desto passender kann er das Gerät auswählen.
Bei Durchlauferhitzern richtet sich die erforderliche elektrische Leistung nach Art und Anzahl der zu versorgenden Entnahmestellen. Die endgültige Modellauswahl erfolgt anhand der gewünschten Warmwassertemperatur, des Durchflussvolumens und der Geräteleistung.
Generell wichtig ist es, bereits bei der Planung bzw. Geräteauswahl die verfügbare Elektroanschlussleistung zu prüfen bzw. zu berücksichtigen. Dies betrifft insbesondere Sanierungsprojekte in älteren Gebäuden.
Tipp: Mit Blick auf den Stromverbrauch liefert die für Hersteller verpflichtende Angabe der Energieeffizienzklasse von A+ bis F eine erste Orientierung. Sie ermöglicht einen schnellen Vergleich verschiedener Geräte, ersetzt jedoch nicht die fachgerechte Auslegung.
Auch Kombinationen aus zentraler und dezentraler Warmwasserversorgung können sinnvoll sein – etwa im Neubau, wenn einzelne Bereiche wie ein selten genutztes Gäste-Bad oder ein Hausarbeitsraum weit vom zentralen Speicher entfernt liegen. Hier ist bei Bedarf vorab zu klären, ob die Warmwassergeräte vorgewärmtes Wasser aus Solaranlagen oder Wärmepumpen nutzen sollen.
Fazit
Dezentrale Warmwasserlösungen eröffnen – sowohl eigenständig als auch in Kombination mit zentralen Systemen – vielfältige Möglichkeiten, Warmwasser bedarfsgerecht und wirtschaftlich bereitzustellen. Sie eignen sich besonders für baulich herausfordernde Situationen in älteren Gebäuden und ergänzen auch bestehende Anlagen sinnvoll. Eine fachgerechte sowie auf die Nutzungsgewohnheiten und Wünsche der Bewohner abgestimmte Planung stellt sicher, dass Energieeffizienz, Nutzerkomfort und Betriebssicherheit langfristig im Einklang stehen.
Foto: Clage
