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Heizung warten und optimieren: So sparen Sie Energie und Kosten

Nach der Heizsaison ist vor der Heizsaison: Wer sein Heizsystem im Frühjahr oder Sommer prüfen, warten und optimieren lässt, senkt Energieverbrauch und Kosten – und beugt ärgerlichen Störungen im Winter gezielt vor. Welche Maßnahmen jetzt sinnvoll sind, zeigt dieser Überblick.

Mit steigenden Außentemperaturen verschwindet die Heizung bei vielen Hausbesitzern aus dem Fokus. Genau das ist jedoch ein Fehler: Nach Monaten im Dauerbetrieb zeigen sich häufig Verschleiß, Verschmutzungen und ineffiziente Einstellungen. Diese lassen sich im Frühjahr oder Sommer gezielt erkennen und ohne Zeitdruck beheben.

Der richtige Zeitpunkt: Warum sich Frühjahr und Sommer anbieten

Wer seine Heizung nach dem Ende der Heizsaison prüfen lässt, profitiert gleich mehrfach: Die Anlage ist noch „im Betriebszustand“, Fachbetriebe haben Kapazitäten – und mögliche Schwachstellen können frühzeitig beseitigt werden.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • frühzeitiges Erkennen von Verschleiß und Schäden
  • geringeres Ausfallrisiko im Winter
  • niedrigere Heizkosten durch bessere Effizienz
  • bessere Terminverfügbarkeit bei Fachbetrieben

Kurz gesagt: Wer die Heizung im Frühjahr oder Sommer prüfen lässt, spart im Winter – und kann mit einem guten Gefühl in die nächste Heizsaison starten.

Erster Schritt: Heizung auf Sommerbetrieb umstellen oder abschalten

Sobald keine Heizwärme mehr benötigt wird, sollte die Anlage in den Sommermodus wechseln. Dabei wird nur noch Warmwasser erzeugt. Erfolgt die Trinkwarmwasserbereitung separat, kann der Wärmeerzeuger auch vollständig abgeschaltet werden.

Direkte Wirkung: geringerer Energieverbrauch und weniger Verschleiß.

Heizungswartung: Grundlage für Sicherheit und Funktion

Die Heizungswartung umfasst die regelmäßige Reinigung, Prüfung und Einstellung aller relevanten Bauteile, um einen sicheren und effizienten Betrieb der Heizungsanlage zu gewährleisten. Die Wartung ist die technische Basismaßnahme und sollte idealerweise jährlich durch einen Heizungsfachbetrieb erfolgen.

Typische Arbeiten sind:

  • Reinigung von Brenner und Wärmetauscher
  • Kontrolle von Dichtheit und Verschleißteilen
  • Prüfung von Abgasführung und Sicherheitseinrichtungen
  • Einstellung von Druck, Temperaturen und Abgaswerten

Zu den systemabhängigen Unterschieden gehören u. a.:

  • Ölheizung: Brenner, Düse, Wärmetauscher und Tank prüfen und ggfs. Reinigen oder ersetzen
  • Gasheizung: Gasbrenner, Zündelektroden und Abgaswerte kontrollieren und ggfs. Reinigen oder ersetzen
  • Pelletheizung: Asche entfernen, Brennkammer und Pellet-Fördersystem prüfen und ggfs. Reinigen

Wichtig: Schon eine dünne Rußschicht kann die Effizienz um mehrere Prozent senken.

Intelligent heizen: Info 1: Der Heizungs-Check: Was der Heizungs-Check beinhaltet, erfahren Sie in dieser Broschüre.

Intelligent heizen: Info 1: Der Heizungs-Check: Was der Heizungs-Check beinhaltet, erfahren Sie in dieser Broschüre.

Heizungs-Check: Effizienz und Einsparpotenziale erkennen

Der Heizungs-Check ist ein standardisiertes Checklisten-Verfahren zur systematischen Bewertung der Energieeffizienz und den Einsparpotenzialen einer Heizungsanlage. Im Unterschied zur Wartung betrachtet der Heizungs-Check das gesamte System – also nicht nur den Wärmeerzeuger, sondern auch Wärmeverteilung, Regelung und Nutzung.

Typische Anlässe für einen Heizungs-Check sind z. B.

  • Heizungsanlage älter als 15 Jahre
  • ungleichmäßig beheizte Räume
  • auffällige Geräusche
  • energetische Sanierungsmaßnahmen wurde durchgeführt
  • veränderte Raumnutzung oder Wohnraumerweiterung

Das Verfahren wird vom Fachhandwerker durchgeführt und dauert meist weniger als eine Stunde.

Mehrwert: Der Heizungs-Check liefert konkrete Empfehlungen, wie sich Energieverbrauch und Betriebskosten gezielt senken lassen.

Wartung vs. Heizungs-Check: die entscheidenden Unterschiede

Heizungswartung und Heizungs-Check verfolgen unterschiedliche Ziele, ergänzen sich aber ideal:

  • Die regelmäßige Wartung sichert Betrieb und Zuverlässigkeit und behebt Verschleiß und Verschmutzungen. In begrenztem Umfang kann sich dadurch auch die Energieeffizienz verbessern.
  • Der Heizungs-Check analysiert die Energieeffizienz und zeigt Schwachstellen bzw. Einsparpotenziale des gesamten Heizsystems auf.

Praxis-Tipp: Beide Maßnahmen lassen sich sinnvoll kombinieren und gemeinsam umsetzen – etwa im Rahmen eines Wartungstermins. Zusätzlich sollten Hausbesitzer auf auffällige Veränderungen achten: etwa ungewöhnliche Geräusche, Druckverluste, ungleichmäßig warme Heizkörper sowie schwergängige oder defekte Thermostatventile. In solchen Fällen sollte man den Fachbetrieb gezielt darüber informieren – am besten schon vor dem Wartungstermin.

Heizungsoptimierung: Energie sparen ohne Komplettaustausch

Nicht immer ist eine neue Heizung notwendig. Oft lassen sich bereits durch gezielte Optimierungsmaßnahmen erhebliche und rasche Einsparungen bezogen auf den Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen erzielen. Teilweise ist dies recht kostengünstig umsetzbar. Typische Optimierungsmaßnahmen sind:

Durchführung eines hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage. Dieser sorgt dafür, dass jeder Heizkörper exakt die benötigte Wärmemenge erhält – und verhindert so die Über- oder Unterversorgung.

  • Einstellung der Heizkurve und weitere Maßnahmen zur Absenkung der Heizsystemtemperaturen.
  • Austausch alter Pumpen gegen Hocheffizienzpumpen und Anpassung der Pumpenleistung.
  • Dämmung von wärmeführenden Rohren im Aufputz- bzw. Sichtbereich.
  • Einbau von Flächenheizungen und Niedertemperaturheizkörpern.
  • Einbau moderner Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie eines Energiemanagement- oder Smart-Home-Systems.

Förderung nutzen: Zuschüsse für mehr Effizienz

Alle oben aufgezählten Optimierungsmaßnahmen werden derzeit noch im Rahmen des staatlichen BEG-Programms über das BAFA gefördert. Die Brutto- Investitionskosten werden mit 15 Prozent bezuschusst. Wichtig: Für die Antragstellung ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (EEE) oder Fachunternehmens erforderlich.

Tipp: Bei älteren un- oder teilsanierten Wohngebäuden kann es sich lohnen, eine Energieberatung für Wohngebäude (EBW) von einem EEE durchführen zu lassen. Diese Maßnahme soll Eigentümer bei der Entscheidung unterstützen, wie sich der energetische Standard ihrer Immobilie (wirtschaftlich) sinnvoll verbessern lässt. Derzeit werden 50 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars vom BAFA erstattet (maximal 650 Euro bei Ein- oder Zweifamilienhäusern).

Mini-Checkliste: Das können Sie jetzt konkret tun

  1. Heizung auf Sommerbetrieb umstellen (oder ganz abschalten).
  2. Eigenprüfung durchführen (Systemdruck, Geräusche, Undichtigkeiten usw.).
  3. Wartungstermin mit dem Heizungsfachmann vereinbaren, sofern es keinen Wartungsvertrag gibt.
  4. Bei Bedarf einen Heizungs-Check durchführen lassen – eventuell begleitend zur Wartung.
  5. Optimierungsmaßnahmen prüfen und bei Bedarf nutzen: z. B. alte Heizungspumpe ersetzen, Rohre dämmen, hydraulischer Abgleich durchführen.
  6. Bei Bedarf eine staatlich geförderte Energieberatung für die Immobilie beauftragen.
  7. Staatliche Fördermöglichkeiten vorab prüfen; wichtig: Bedingungen beachten.

Fazit: Mit System zur energiesparenden Heizungsanlage

Der Frühling ist mehr als nur das Ende der Heizsaison – er ist der ideale Zeitpunkt für eine systematische und ganzheitliche Betrachtung der Heizungsanlage:

  • Wartung sorgt für Sicherheit und Zuverlässigkeit
  • Heizungs-Check schafft Transparenz über Einsparpotenziale
  • Optimierungsmaßnahmen senken dauerhaft Energieverbrauch und Energiekosten

Wer jetzt handelt, startet energieeffizient und sorgenfrei in die nächste Heizsaison.

Über den Autor

Dipl.-Ing. Jürgen Wendnagel ist Fachjournalist und Experte für Technische Gebäudeausrüstung (TGA). Seit mehr als 25 Jahren begleitet er die Entwicklung von Heiz- und Wärmetechnik, erneuerbaren Energien sowie Lüftungs- und Klimatechnik im Wohngebäude. Für die Initiative „Intelligent heizen“ bewertet er Trends im Wärmemarkt und gibt Hauseigentümern fundierte Orientierung zu Fördermöglichkeiten und gesetzlichen Vorgaben.

Foto Header: ZVSHK

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