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Checkliste: Wärmepumpen-Angebote verstehen und vergleichen

Wer eine Wärmepumpe installieren lassen möchte, sieht sich häufig sehr unterschiedlich aufgebauten Angeboten gegenüber. Abweichungen bei Leistungsbeschreibung, Detailtiefe und Kostenaufstellung erschweren den Vergleich. Dieser Leitfaden zeigt, welche Kriterien ein qualifiziertes Wärmepumpen-Angebot auszeichnen.

Die Verbraucherschützer haben im Jahr 2025 eine Vielzahl von Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen systematisch analysiert, um einen Überblick über gängige Angebotsstrukturen, Leistungsumfänge und Preisangaben zu gewinnen. Dabei zeigte sich, dass sich Wärmepumpenangebote in Aufbau, Detaillierungsgrad und Transparenz teils deutlich unterscheiden. Für private Hauseigentümer ist es dadurch oft schwierig, Angebote fachlich einzuordnen und sinnvoll miteinander zu vergleichen.

Was beeinflusst den Wärmepumpen-Angebotspreis?

Besonders herausfordernd wird die Angebotsbewertung, wenn die Preisunterschiede mehrere Tausend Euro betragen. In solchen Fällen lohnt es sich, den Leistungsumfang genau zu prüfen, da bestimmte Angebotsgestaltungen zu nachträglichen Mehrkosten führen können.

  • Unvollständig ausgewiesene Leistungen: In einigen Angeboten fehlen wesentliche Leistungspositionen wie das Fundament für die Außeneinheit, die Elektroinstallation oder der hydraulische Abgleich. Letzterer ist zudem Voraussetzung für die Inanspruchnahme staatlicher Fördermittel.
  • Leistungen mit Kennzeichnung „bauseits“: Teilweise werden einzelne Arbeiten als „bauseits“ ausgewiesen. Das bedeutet, dass diese Leistungen nicht Bestandteil des Angebots sind und vom Hauseigentümer separat beauftragt werden müssen. Dadurch können Mehrosten entstehen, die im Angebotspreis nicht berücksichtigt sind.
  • Optionale oder alternative Leistungspositionen: Manche Angebote führen relevante Leistungen lediglich als Alternativ- oder Optionspositionen auf. Diese sind im ausgewiesenen Gesamtpreis nicht enthalten und müssen bei Bedarf aktiv ausgewählt und beauftragt werden, um in die Kostenkalkulation einzufließen.
  • Pauschale Gesamtpreisangabe: Angebote mit einem reinen Pauschalpreis ohne detaillierte Aufteilung der einzelnen Leistungs- und Kostenpositionen erschweren sowohl den Vergleich mehrerer Angebote als auch die Einschätzung, ob alle notwendigen Leistungen berücksichtigt wurden.

Checkliste für qualifizierte Wärmepumpen-Angebote

Nachfolgend vorgestellt wird eine Checkliste für ein hochwertiges Angebot für eine monovalente, außenaufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe im Sanierungsfall. Die aufgeführten Kriterien sollen Heizungsmodernisierern dabei helfen, relevante Angaben schneller zu erkennen, Leistungen besser zu bewerten und mögliche Unklarheiten frühzeitig zu identifizieren. Ziel ist es, eine sachliche Orientierungshilfe für die Angebotsprüfung und den Angebotsvergleich bereitzustellen. (Anmerkung: kein Anspruch auf Vollständigkeit).

  • Wärmepumpe: reine Gerätekosten für Außen- und Inneneinheit, inklusive Regeltechnik und Zubehör bei Kompakteinheiten.
  • Warmwasserbereitung: z. B. zentral über einen (neuen) Warmwasserspeicher oder eine Frischwasserstation mit Pufferspeicher passend zur Haushaltsgröße. Oder zentral mit separater Warmwasser-Wärmepumpe etc.
  • Pufferspeicher: z. B. zum Beschleunigen des Abtauvorgangs, zum Ausgleich von Sperrzeiten des Energieversorgers oder als zusätzlicher Wärmespeicher bei Photovoltaikstromnutzung etc.
  • Fundament: Für die stabile und körperschallentkoppelte Platzierung der Wärmepumpen-Außeneinheit ist ein passendes Fundament erforderlich. Zudem ist ein fachgerechter Kondensatablauf notwendig.
  • Leitungsverlegung im Erdreich: Erdarbeiten sowie Verlegung und Montage von hochgedämmten Nahwärmeleitungen von der Wärmepumpe bis zur Hauswand-Durchführung.
  • Kernbohrung und Hauseinführung: Durch eins nicht zu großes Bohrloch oder eine andere geeignete Öffnung in der Gebäudewand werden die Rohre und Kabel ins Innere geführt. Diese Öffnung muss fachgerecht wärmegedämmt sowie gas- und wasserdicht verschlossen werden.
  • Elektroinstallation: Eventuell muss, neben der Standardverkabelung, ein vorhandener, älterer Zählerschrank erneuert werden, um eine Wärmepumpe mit allen nötigen Absicherungen und Zählern betreiben zu dürfen. Ist eine Photovoltaikanlage geplant, sollte der Zählerschrank auch dahin gehend auslegt werden.
  • Heizkreise anpassen: Anpassarbeiten, falls es im Gebäude z. B. eine Mischung aus Flächen- und Heizkörperheizkreise gibt. Auch die regeltechnische Optimierung einer vorhandenen Einrohrheizung ist sinnvoll.
  • Kühlbetrieb: In Verbindung mit einer Flächenheizung oder auch mit sogenannten Wärmepumpenheizkörpern ist im Sommer eine gewisse Abkühlung der Räume möglich. Der Kreislauf von Luft-Wasser-Wärmepumpen wird dazu umgeschaltet.
  • Heizungswasser-Aufbereitung: nach VDI 2035, um Schäden durch Korrosion etc. zu vermeiden.
  • Sonstiges Material: z. B. Kleinmaterialien, Wärmedämmung für Rohre und Armaturen etc.
  • Demontage & Entsorgung der Altanlage: Demontage und fachgerechte Entsorgung des alten Ölkessels und der Öltankanlage bzw. des alten Gaskessels, inkl. Stilllegung von Gasanschluss und Abgasanlage. Ein Nachweis dafür ist für die KfW-Heizungsförderung erforderlich.
  • Montage- bzw. Lohnkosten: Möglichst aufgeschlüsselt nach Arbeitsstunden und eventuell nach Lohngruppen.
  • Auslegung der Wärmepumpe: Die Richtlinie VDI 4645 „Planung und Dimensionierung von Heizungsanlagen mit Wärmepumpen in Ein- und Mehrfamilienhäusern“ ist die zentrale Unterlage für den Fachmann. Sie gibt u. a. Hinweise zu hydraulischen Schaltungen, zur Dimensionierung von Anlagenkomponenten, zur Dokumentation, zur Inbetriebnahme der Anlage.
  • Heizlastberechnung: Voraussetzung um die passende Leistungsgröße der Wärmepumpe (möglichst) genau zu bestimmen, ist eine fachgerechte Berechnung der sogenannten Heizlast. Die raumweise Heizlast ist zudem Basis für die Beurteilung einer ausreichenden bzw. passenden Heizflächenwärmeleistung, insbesondere bei einer Vorlauftemperatur-Absenkung, sowie für die Durchführung des hydraulischen Abgleichs.
  • Hydraulischer Abgleich: Dieser ist die Basis für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, einen effizienten Betriebsweise und Voraussetzung z. B. für die KfW-Heizungsförderung.
  • Förderantrag: Unterstützung oder komplette Abwicklung z. B. bei der Beantragung der KfW-Heizungsförderung.
  • Inbetriebnahme, Nutzereinweisung, Wartung, Optimierung: Führt diese Dienstleistungen/Arbeiten der Heizungsfachbetrieb selbst durch, oder wird (teilweise) auf den Herstellerkundendienst verweisen? Wichtig: Bei der Nutzereinweisung sollten alle wichtigen Dokumente, Formulare, Anleitungen etc. übergeben werden.
    Ist der Abschluss eines Wartungsvertrags (eventuell inkl. Wärmepumpenoptimierung) möglich? Hinweis: Bei manchen Herstellern ist der Wartungsvertrag die Voraussetzung für eine verlängerte Garantiezeit.
    Ist ein Fernwartungs- und Fernoptimierungszugang für die Wärmepumpenanlage möglich bzw. erwünscht? Falls ja, entstehen dabei Kosten?
  • Zahlungsbedingungen, Finanzierung, Rechtsgrundlage, Zeitplan: Festpreisangebot oder Abrechnung nach Aufwand oder eine Kombination? Ist eine Anzahlung (in welcher Höhe) erforderlich? Ratenkauf oder Finanzierung gewünscht? Was beinhalten die AGB? Vertrag nach BGB oder VOB? Wann bzw. in welchem Zeitraum ist die Umsetzung des Projekts geplant?

Anmerkungen zu den Kriterien für Wärmepumpen-Angebote

  • Die oben genannten Kriterien helfen Hausbesitzern, Angebote auf Vollständigkeit zu prüfen, besser zu vergleichen und mögliche versteckte Kosten zu vermeiden. Im Zweifel kann es sinnvoll sein, die Unterlagen von einem unabhängigen Experten – etwa der Verbraucherzentrale – prüfen zu lassen.
  • Da jede Einbausituation vor Ort unterschiedlich ist, können einzelne Kostenkategorien entfallen oder zusätzliche Positionen hinzukommen. Bei einer Heizungssanierung ist deshalb eine Besichtigung durch den Fachhandwerker vor der Angebotserstellung in der Regel unverzichtbar.
  • Alternative Angebotspositionen sollten vermieden werden. Oder in besonderen Fällen, sofern technisch sinnvoll oder vom Interessenten erwünscht, klar beschrieben und nachvollziehbar begründet und bepreist werden.
  • Werden Leistungen als „bauseits“ gekennzeichnet, muss dies für den Interessenten eindeutig und klar erkennbar sein. In solchen Fällen sollte der Heizungsfachbetrieb dem Kunden (auf Wunsch) geeignete Kooperationspartner vorschlagen und während der Projektumsetzung die Terminabstimmung aller Gewerke koordinieren (z. B. für Elektro oder Garten-/Landschaftsbau).
  • Ein umfassendes, aber zugleich übersichtlich strukturiertes und verständliches, sowie fair kalkuliertes Angebot ermöglicht es dem Heizungsfachbetrieb, seine Kompetenz zu zeigen, Vertrauen beim Interessenten bzw. potenziellen Kunden aufzubauen und Rückfragen zu vermeiden. Denn am Ende ist nicht zwangsläufig das (vermeintlich) günstigste Angebot ausschlaggebend. Gerade bei Wärmepumpenprojekten haben Weiterempfehlungen und positive Referenzen zufriedener Kunden einen hohen Stellenwert und erleichtern zudem die Neukundenakquise.

Tipp: Wer sich in die Thematik einlesen möchte, findet in unserem Servicebereich kostenlose Broschüren zum Download, wie z. B. „Umsteigen auf die Wärmepumpe“ (Teil 1 und 2) sowie „Hydraulischer Abgleich in Heizungsanlagen“.

Foto: Intelligent heizen/ Thilo Ross

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