Fenster auf, Luft rein – so einfach geht das. Theoretisch. Doch in der Praxis können Sie einiges falsch machen. Wir klären Sie über fünf häufige Irrtümer beim Lüften auf.

1. Ständig frische Luft durch Kipplüften

Die Annahme, dass gekippte Fenster permanent frische Luft in den Raum bringen und somit das Raumklima verbessern, stimmt nur bedingt. In erster Linie dient das Lüften dazu, einen Luftaustausch herbeizuführen: Verbrauchte Luft im Raum wird nach außen geleitet und durch frische Luft ersetzt. Doch gerade bei gekippten Fenstern ist der Luftaustausch sehr gering. Im Winter kommt hinzu, dass die Oberflächen im Fensterbereich schnell abkühlen und sich Schimmel bilden kann.

Tipp: Gekippte Fenster eher vermeiden und im Winter ganz darauf verzichten.

2. Luft von außen tut immer gut

Nicht immer ist es sinnvoll, die Fenster zu öffnen, wenn Ihnen danach ist. So sollten Sie Ihre Fenster zum Beispiel bei Hitze geschlossen halten. Der Grund: Trifft die sonnengewärmte Luft von außen auf die kühlere Zimmerluft, besteht die Gefahr der sogenannten Sommerkondensation, da die Luft von außen eine höhere Luftfeuchtigkeit hat.

Tipp: Bei Hitze tagsüber Fenster nach Möglichkeit nicht öffnen, sondern früh morgens und spät abends jeweils 25 Minuten lüften. Einen guten Schutz gegen Hitze bieten außerdem geschlossene Jalousien, Rollläden oder Fensterläden.

3. Hauptsache Stoßlüften

Auch wenn das Stoßlüften eine sehr effektive Variante des Lüftens darstellt, gibt es ein paar Dinge zu berücksichtigen: Wann und wie lange Sie lüften sollten, hängt unter anderem von der Beschaffenheit und der Nutzung des jeweiligen Raumes ab. So erfolgt in kleineren Zimmern relativ schnell ein Luftaustausch, das heißt, hier reicht auch ein kurzes Stoßlüften aus. Halten sich mehrere Personen für eine längere Zeit gemeinsam in einem Raum auf, sollten Sie alle zwei Stunden Stoßlüften.

Tipp: Stoßlüften ist gut. Noch besser ist es, Sie passen Ihr Lüftungsverhalten der jeweiligen Wohnsituation an.

4. Nicht bei Regen lüften

Auch bei Regen können Sie unbesorgt lüften, da die kalte Außenluft trockener ist als die warme Zimmerluft. Das Lüften reduziert die Luftfeuchtigkeit, denn die warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Generell sollten Sie auf darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist, um Schimmelbildung zu vermeiden. In Zimmern mit einer hohen Luftfeuchte, wie zum Beispiel in der Küche oder im Bad, sollten Sie verstärkt lüften und dabei die Bad- bzw. Küchentür geschlossen halten, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der übrigen Wohnung verteilt.

Tipp: Mit einem Hygrometer können Sie den Feuchtigkeitsgehalt von Außen- und Innenluft kontrollieren, die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40-60 Prozent liegen.

5. Keine Frischluftzufuhr in luftdichten Gebäuden oder Passivhäusern

In Häusern oder Wohnungen, die mit einer modernen Lüftungsanlage ausgestattet sind, dürfen Sie auch noch per Hand die Fenster öffnen. Die gegenteilige Annahme, dass das nicht erlaubt sei, ist falsch. Ist es draußen warm genug, können Sie die Lüftungsanlage ausschalten, wenn Sie das Fenster öffnen. Einige Lüftungsanlagen schalten sich auch automatisch aus. Das hängt von der jeweiligen Technik ab.

Tipp: Wenn Sie trotz Lüftungsanlage nicht auf die Fenster-Lüftung verzichten wollen, erkundigen Sie sich beim Hersteller oder einem Fachmann, wie Sie am besten vorgehen.

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