Die Sonne ist ein unglaubliches Energiebündel. Und Sie können ihre Energie für sich nutzen! Mit moderner Technik erzeugen Sie preiswert Strom und Wärme für das eigene Zuhause. Während der „Woche der Sonne“ vom 17. bis 25. Juni haben Sie die Gelegenheit, Solaranlagen in Ihrer Nähe anzuschauen und sich mit Anlagenbetreibern und Fachbetrieben auszutauschen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Tipp.

Gegenlichtaufnahme von der Silhouette eines kleinen Papp-HausesWarum Energie teuer einkaufen, wenn man sie selbst erzeugen kann? Dieser Gedanke bewegt immer mehr Hausbesitzer dazu, auf die Kraft der Sonne zu setzen. Dabei stehen ihnen zwei verschiedene Arten der Energieerzeugung zur Verfügung: Während Photovoltaikanlagen Sonnenlicht in Strom umwandeln, produzieren Solarthermieanlagen Wärme, mit der man Trinkwasser erwärmen oder heizen kann.

Wenn also Ihr Nachbar von seiner neuen „Solaranlage“ schwärmt, sollten Sie einmal genauer nachfragen: Liefert seine Anlage Strom oder Wärme? Können Sie nicht auf einen persönlichen Kontakt zurückgreifen, bietet Ihnen die „Woche der Sonne“ die Gelegenheit, mehr über Solartechnik zu erfahren. Vom 17. bis 25. Juni informieren Handwerksbetriebe, Anlagenbetreiber, Verbraucherzentralen und Umweltinitiativen über Solartechnik und andere erneuerbare Energien. Wo in Ihrer Nähe Veranstaltungen stattfinden, können Sie im Online-Kalender der Aktionswoche nachschauen. Einige grundlegende Infos zu Photovoltaik (kurz PV) und Solarthermie haben wir außerdem in diesem Tipp zusammengestellt.

Günstiger Strom aus der PV-Anlage

Eine PV-Anlage setzt sich aus Solarmodulen zusammen, die aus mehreren Solarzellen bestehen. Sie erzeugen aus dem Sonnenlicht elektrische Energie. Anschließend wandelt ein Wechselrichter den produzierten Gleichstrom in den netzüblichen Wechselstrom um. Diesen können Sie dann selbst im Haushalt nutzen. Nicht benötigter Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet. Aktuell liegt die Vergütung für Wohngebäude bei rund 12 ct pro kWh. Ist die Anlage mit einem Batteriesystem ausgestattet, können Sie den tagsüber erzeugten Strom speichern. Dadurch müssen Sie in den Abend- und Nachtstunden deutlich weniger Strom vom Anbieter beziehen. Gut zu wissen: Für die Anschaffung eines Solarstromspeichers gibt es staatliche Fördermittel.

Multitalent Solarthermie

Solarthermieanlagen nutzen die Energie der Sonne auf andere Weise. Herzstück einer solchen Anlage sind Solarkollektoren. Sie sind so beschichtet, dass sie möglichst viel Sonnenstrahlung anziehen. Die Kollektoren enthalten eine Flüssigkeit, die sehr leicht zu erwärmen ist. Die gewonnene Energie lässt sich in einem Wassertank sehr gut speichern und auch nach Sonnenuntergang verwenden – zum Beispiel für ein entspannendes Bad. Ausreichend große Anlagen decken bis zu 60 % des jährlichen Warmwasserbedarfs und im Sommer sogar bis zu 100 %.

Alternativ – oder zusätzlich – zur Erwärmung von Trinkwasser kann eine Solarthermieanlage auch die Heizungsanlage unterstützen. Ein gutes Team sind zum Beispiel Öl- oder Gas-Brennwertkessel und Solarthermieanlagen. Wenn Sie einen alten Heizkessel im Keller haben und auf diese effiziente Kombi umsteigen, können Sie den Energieverbrauch beim Heizen um bis zu 40 % senken – vorausgesetzt, Sie optimieren gleichzeitig die gesamte Heizungsanlage. Der Staat belohnt diese Investition mit attraktiven Zuschüssen: Bei einem Gas-Brennwertkessel und einer Solarthermieanlage mit einer Kollektorfläche von bis zu 14 m² sind das zum Beispiel 3.600 €.

PV-Anlage oder Solarthermie?

Die Frage, welche der beiden Solartechniken für das eigene Zuhause am sinnvollsten ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle: Wie sind Haus und Dach beschaffen? Welches Heizsystem ist installiert oder geplant? Ist der individuelle Stromverbrauch sehr hoch oder eher der Wärmebedarf? Lassen Sie sich daher fachkundig beraten – zum Beispiel vom Fachbetrieb Ihres Vertrauens oder von den Verbraucherzentralen.

Die Anschaffung einer PV-Anlage kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn ein Haus mit einer Wärmepumpe beheizt wird. Dann erzeugt die Anlage einen Großteil des Stroms, der für den Betrieb der Wärmepumpe nötig ist. Wer wiederum einen Neubau mit einer Brennwertheizung ausstatten möchte, erfüllt mit der Nutzung von Solarthermie die Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes erfüllen: Denn ein Teil der Wärmeversorgung in Neubauten muss seit 2009 mithilfe erneuerbarer Energien erfolgen.

Grundsätzlich ist es auch möglich, beide Systeme zu installieren, wenn dafür ausreichend geeignete Dachflächen vorhanden sind. In jedem Fall sollten Sie sich immer über die jeweiligen Fördermöglichkeiten informieren, zum Beispiel mithilfe unserer Fördermitteldatenbank.

Weitere Infos zur Kombination aus Solarthermie und Brennwerttechnik bietet Ihnen auch unsere Broschüre, die Sie kostenlos herunterladen können.