Die Heizung läuft schon stundenlang auf höchster Stufe – aber trotzdem wird sie nur an manchen Stellen warm und verursacht gluckernde Geräusche? Luft aus der Heizung zu lassen kann Abhilfe schaffen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie dabei am besten vorgehen.

Durch Luft im Heizkörper kann sich das aufgeheizte Warmwasser darin nicht gleichmäßig ausbreiten. Außerdem leitet Luft Wärme schlechter als Wasser. Dadurch verpufft viel Energie, die aber am Ende trotzdem bezahlt werden muss. Deshalb sollte man generell bei neuen Heizkörpern und zu Beginn der Heizperiode bei allen Heizkörpern in der Wohnung überprüfen, ob Luft aus dem System gelassen werden muss.

Heizung entlüften – so funktioniert`s

Je nach Heizungsventil benötigen Sie entweder einen Vierkant- bzw. Entlüftungsschlüssel, ein Schraubenzieher oder – bei alten Heizungen – eine Wasserpumpenzange. Hinzu kommen eine Schüssel für entweichendes Wasser sowie ein Tuch oder Lappen als Wasserschutz auf dem Boden. Befinden sich in einem Stockwerk mehrere Heizkörper, sollte mit dem letzten des Systems begonnen und alle der Reihe nach geprüft werden.

Schritt 1: Zunächst stellen Sie die Umwälzpumpe ab und warten eine halbe, idealerweise sogar eine ganze Stunde. Dadurch hört das Warmwasser auf zu zirkulieren und die Luft in der Heizung sammelt sich an einer Stelle, so dass sie leichter abgelassen werden kann. Mieter ohne Zugriff auf die Umwälzpumpe können den Heizkreislauf der Wohnung mithilfe des Absperrventils vorübergehend abstellen. Außerdem sollten Sie unbedingt das Thermostat der Heizung ganz aufdrehen, denn durch die Wärme wird die Luft mit mehr Druck aus der Heizung gepresst.

Schritt 2: Halten Sie nun die Schüssel unter das Ventil, das sich gegenüber vom Thermostat oder, bei Handtuchheizkörpern, oben befindet. Drehen Sie es langsam gegen den Uhrzeigersinn etwas auf, aber nicht ganz. Nun sollte die Luft mit einem Zischen entweichen, bis schließlich nur noch Wasser herauskommt. Dabei ist Vorsicht geboten, denn das Wasser kann sehr heiß sein. Drehen Sie das Ventil nun wieder zu, aber nicht zu fest, um es nicht zu beschädigen.

Selbstentlüftende Ventile und hydraulischer Abgleich helfen

Schritt 3: Anschließend sollte man daran denken, die Umwälzpumpe bzw. das Absperrventil wieder aufzudrehen. Durch das Ablassen von Luft und Wasser kann zu wenig Druck innerhalb des Heizsystems bestehen. Nach dem Entlüften der Heizung müssen daher die farblichen Markierungen der Druckanzeige, auch Manometer genannt, überprüft werden: Der Druck sollte bei mindestens 1,2 Bar liegen, ansonsten muss Wasser nachgefüllt werden.

Wer sich den Aufwand des Entlüftens sparen will, kann selbstentlüftende Ventile kaufen, die die Luft selbst entweichen lassen. Grundsätzlich gilt: Sind manche Heizkörper einer Wohnung je nach Lage im Haus heiß und andere dagegen kalt, ist die Heizungsanlage neu oder wurde sie teilweise modernisiert, sollte ein Fachhandwerker einen sogenannten hydraulischen Abgleich durchführen. Er sorgt dafür, dass das warme Heizwasser gleichmäßig bei allen Heizkörpern ankommt. Das spart ebenfalls Energie und Kosten.