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Die neue Heizung von der Steuer absetzen

Mit dem Steuerbonus für die energetische Gebäudesanierung gibt es seit Januar 2020 eine neue staatliche Förderung für die Heizung: Möglich sind Steuerermäßigungen in Höhe von bis zu 40.000 Euro.

Heizungsförderung 2021

Zu Anfang 2021 wurde die Förderung energiesparender Heiztechnik durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) neu aufgesetzt. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Maßnahmen der BEG und die schrittweise Umsetzung.

Förderung im Überblick

Neu seit 2020: Steuerliche Förderung für die energetische Gebäudesanierung

Für eine Heizungssanierung sprechen sinkende Heizkosten, mehr Klimaschutz – und staatliche Förderungen. So können Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen und 2020 energetische Sanierungsmaßnahmen umsetzen, die Kosten dafür 2021 erstmals von der Steuer absetzen.

  • Steuerförderung für Einzelmaßnahmen, Fachplanung und energetische Baubegleitung
  • Steuererstattung von bis zu 40.000 Euro über drei Jahre
  • Geplante Laufzeit der steuerlichen Förderung von 2020 bis Ende 2029

Die neue Heizung von der Steuer absetzen – so funktioniert‘s

Die Bundesregierung nimmt in ihrem Ende 2019 beschlossenen Klimapaket auch die Heizung in den Fokus: Denn die Wärmeerzeugung in Gebäuden trägt erheblich zu den CO2-Emissionen in Deutschland bei. Zum einen werden die meisten Heizungsanlagen mit den Energieträgern Heizöl oder Erdgas betrieben, bei deren Verbrennung CO2 freigesetzt wird. Zum anderen sind viele dieser Heizungen veraltet. Sie nutzen den eingesetzten Brennstoff nicht effizient, sodass unnötig viele Emissionen entstehen. Das Klimapaket sieht verschiedene Maßnahmen vor, um den CO2-Ausstoß beim Heizen zu verringern. Dazu gehört auch die Einführung einer schrittweise steigenden CO2-Steuer, die eine reine Gasheizung oder Ölheizung langfristig teurer werden lässt: Künftig müssen Sie für den Kraftstoff zum Tanken, aber auch für Heizöl und Erdgas tiefer in die Tasche greifen.

Das Klimapaket schafft im Gegenzug dazu neue Anreize für die Optimierung bestehender Anlagen sowie für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Als Alternative zu einer KfW-Förderung oder BAFA-Förderung können Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer seit Januar 2020 Maßnahmen zur energetischen Sanierung ihrer selbst genutzten Immobilie – und damit auch die Heizungssanierung – von der Einkommenssteuer absetzen. Gefördert werden dabei sowohl Einzelmaßnahmen wie der Austausch einer Heizungsanlage oder neue Fenster als auch die Fachplanung und energetische Baubegleitung.

Wenn Sie zum Beispiel 2020 auf das Heizen mit einer Wärmepumpe oder einem Pelletofen umsteigen oder die bestehende Gasbrennwertheizung um eine Solaranlage erweitern, können Sie sich im darauffolgenden Jahr 20 Prozent der Kosten über die Steuererklärung für das Jahr 2020 zurückholen. Für die energetische Baubegleitung und Fachplanung sind sogar 50 Prozent der Aufwendungen absetzbar. Die maximale Steuererstattung pro Objekt beträgt 40.000 Euro.

Die Sanierung wird über einen Zeitraum von drei Jahren geltend gemacht: Im ersten Kalenderjahr, in dem die Maßnahmen abgeschlossen wurden, können Sie sieben Prozent der Kosten (maximal 14.000 Euro) von der Steuerschuld abziehen. Im zweiten Kalenderjahr sind erneut sieben Prozent und im dritten noch einmal sechs Prozent (maximal 12.000 Euro) absetzbar. Die steuerliche Förderung ist zunächst auf einen Zeitraum von zehn Jahren befristet: Das heißt, Sie können den Steuerbonus noch bis 2029 nutzen. Nähere Informationen finden Sie auch im „Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht“.

Für welche Maßnahmen gibt es den Steuerbonus?

Einen Steuerbonus gibt es u.a. für die Optimierung bestehender Heizungsanlagen, die älter als zwei Jahre sind.

Sie können folgende Maßnahmen in den Bereichen Lüftung und Heizung von der Steuer absetzen:

  • Erneuerung der Heizung
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, die älter als zwei Jahre sind
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung (z. B. elektronische Thermostate für Heizkörper oder Räume)

Beachten müssen Sie allerdings, dass bei der Erneuerung der Heizung nur bestimmte Heizsysteme steuerlich gefördert werden. Da die Bundesregierung den Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen voranbringen möchte, sind reine Gas- oder Ölbrennwertkessel nicht mehr förderfähig. Allerdings können Sie den Steuerbonus für den Einbau einer Gasbrennwertheizung erhalten, wenn diese bereits für eine spätere Einbindung erneuerbarer Energieträger ausgelegt ist (sogenannte „Renewable Ready“). Diese Erweiterung der Heizungsanlage muss innerhalb von zwei Jahren nach der Installation erfolgen. Die Kosten dafür können Sie dann ebenfalls von der Steuer absetzen.

Für den Umstieg auf oder die Erweiterung um folgende Heizsysteme kommen Sie in den Genuss der steuerlichen Förderung:

Als weitere Maßnahmen neben der Optimierung oder Sanierung der Heizung sind steuerlich absetzbar:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Geschossdecken
  • Erneuerung der Fenster oder Außentüren
  • Energieberatung (planerische Begleitung oder Beaufsichtigung der energetischen Maßnahmen)

Für die Steuerermäßigung können die Kosten für Einbau, Installation und Inbetriebnahme der Anlage durch ein Fachunternehmen, Materialkosten für die Maßnahme sowie notwendige Umfeldmaßnahmen geltend gemacht werden. Zu letzteren gehören beispielsweise die Erneuerung des Heizungskellers oder der Einbau neuer Heizkörper, Thermostatventile und Heizungspumpen.

Was sind die Voraussetzungen für die steuerliche Förderung?

Um Sanierungsmaßnahmen wie die Erneuerung der Heizung von der Steuer absetzen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

Weitere Förderoptionen für Ihre neue Heizung

Informieren Sie sich im Vorfeld einer Modernisierung umfassend über mögliche Förderungen für die Heizung. Lesen Sie hier, welche Alternativen zur steuerlichen Förderung für Sie infrage kommen.

Mit der Heizungswartung Steuern sparen

Richtig heizen: Das geht nur mit einer regelmäßig gewarteten und intakten Anlage. Die Lohnkosten für die Durchführung der regelmäßigen Heizungswartung können in der Steuererklärung berücksichtigt werden – und zwar als Handwerkerleistungen. Arbeiten an der Heizungsanlage wie Reparaturen oder eben die Heizungswartung sind dabei von haushaltsnahen Dienstleistungen zu unterscheiden. Zu letzteren zählen beispielsweise die Gartenpflege oder die Wohnungsreinigung durch einen selbstständigen Dienstleister. Für haushaltsnahe Dienstleistungen sowie für die Heizungswartung und weitere Handwerkerleistungen können Sie 20 Prozent der Lohnkosten geltend machen. Über die Steuererklärung können Sie für Heizungswartung und weitere Handwerkerleistungen allerdings maximal 1.200 Euro im Jahr erstattet bekommen, bei den haushaltsnahen Dienstleistungen sind es dagegen bis zu 4.000 Euro.

Von der Steuer können bei Heizungswartung und anderen Handwerkerarbeiten immer nur der Arbeitslohn, die Fahrtkosten und Kosten für Maschinen abgesetzt werden, nicht jedoch Materialkosten. Voraussetzung ist zudem, dass die Arbeiten durch einen Fachbetrieb ausgeführt werden und die Rechnung per Überweisung beglichen wird.

Alternative steuerliche Förderung

Kennen Sie schon die steuerliche Förderung für die energetische Gebäudesanierung? Setzen Sie 2020 Sanierungsmaßnahmen im eigenen Zuhause um, können Sie die Kosten ab 2021 von der Steuer absetzen.

So beantragen Sie die Förderung für die energetische Sanierung

Wie Sie den Antrag auf eine Förderung Ihrer energetischen Sanierung bei der KfW stellen, hängt davon ab, ob Sie die Kredit- oder die Zuschussvariante wählen. Grundsätzlich ist wichtig, dass Sie die staatliche Förderung für die Sanierung Ihres Altbaus beantragen, bevor die Handwerker mit den Arbeiten beginnen. Ebenso müssen Sie in beiden Fällen in einem ersten Schritt einen Energieeffizienz-Experten einbinden. Er prüft, ob Ihre Immobilie technisch förderfähig ist und erstellt eine sogenannte „Bestätigung zum Antrag“.

Das weitere Vorgehen unterscheidet sich bei den beiden Varianten jedoch. Den Zuschuss (Förderangebot 461) können Sie ganz einfach im KfW-Zuschussportal mit der Bestätigung des Energieeffizienz-Experten beantragen. Nach einem positiven Bescheid kann die Sanierung beginnen. Sind die Maßnahmen abgeschlossen, erstellt der Energieeffizienz-Experte eine weitere Bestätigung. Damit weisen Sie die Durchführung der Maßnahmen im Zuschussportal nach, um den Zuschuss zu erhalten.

Um einen Kredit (Förderangebot 261,262) zu beantragen, wenden Sie sich an ein Kreditinstitut in Ihrer Nähe, das Sie berät und den Antrag für Sie ausfüllt und bei der KfW einreicht. Haben Sie eine Zusage über die Förderung erhalten, können Sie Ihr Sanierungsvorhaben starten.

Wenden Sie sich bei Fragen rund um die Förderung für die energetische Sanierung an die KfW oder auch an einen Fachhandwerksbetrieb Ihres Vertrauens.

Bildnachweise (v. o . n. u.): © iStock/iskrinka74, © Intelligent heizen

Finden Sie den passenden Fachbetrieb

Sie möchten die staatlichen Fördermöglichkeiten für die Modernisierung Ihrer Heizung in Anspruch nehmen? Dann holen Sie sich für die Umsetzung der Maßnahmen einen kompetenten Partner ins Haus.

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