Außengeräte von Wärmepumpen können nicht beliebig aufgestellt werden. Entscheidend sind unter anderem ein tragfähiges Fundament, eine ungehinderte Luftführung, ausreichende Wartungsflächen sowie Schallschutz- und Sicherheitsabstände.
Im Interview erklärt Uwe Marx von Vaillant, worauf es bei der Planung von Wärmepumpen-Außengeräten ankommt.
Warum können Außengeräte von Monoblock-Luft-Wärmepumpen nicht beliebig plaziert werden – und welche planerischen, sicherheitsrelevanten und betrieblichen Vorgaben spielen dabei eine Rolle?
Uwe Marx: Günstig ist die Installation einer Wärmepumpe in Gebäudenähe, damit die Anschlussleitungen kurz ausfallen. Die Wärmepumpe muss auf festem, ebenem Boden (Betonsockel, Betonplatte etc.) aufgestellt oder an einer massiven Wand befestigt werden. Leichtbauten, beispielsweise Holzterrassen oder Carports, sind nicht geeignet.
Für eine hohe Effizienz und eine lange Lebensdauer benötigt die Wärmepumpe saubere Luft. Sie sollte deshalb nicht unter laubwerfenden Bäumen stehen. Die Luft muss ungehindert zu- und abströmen können. Das Wiederansaugen der ausgeblasenen kalten Luft führt zu einer erheblichen Minderung von Effizienz und Leistung, daher ist der Einbau in Nischen oder in ein Gehäuse zu vermeiden. Sie wird vorzugsweise quer zur Hauptwindrichtung aufgestellt. Bei einer Wärmepumpe mit dem natürlichen Kältemittel R290 Kältemittel sind Sicherheitsabstände einzuhalten. Für den Schallschutz sowie für die Mindestabstände zu den Grundstücksgrenzen gelten gesetzliche Vorschriften. Weitere Hinweise, beispielsweise zum Platzbedarf für die Wartung, liefern die Herstellerunterlagen. Stimmen Sie den bevorzugten Aufstellort möglichst frühzeitig mit Ihrem Fachhandwerker ab.
Welche Mindestabstände zu Fenstern, Türen, Lichtschächten oder Lüftungsöffnungen sind einzuhalten – und warum hängen diese Abstände vom eingesetzten Kältemittel ab, insbesondere bei brennbaren Kältemitteln?
Uwe Marx: Außen aufgestellte Wärmepumpen sind häufig mit R290 (Propan) befüllt. Dieses natürliche Kältemittel besitzt hervorragende energetische und ökologische Eigenschaften. Für den sicheren Betrieb hat der Hersteller in der näheren Umgebung der Wärmepumpe einen Schutzbereich festgelegt, in dem sich keine Steckdosen, Lichtschalter oder andere Zündquellen befinden dürfen. Gebäudeöffnungen sind im Schutzbereich ebenfalls nicht zulässig. Dieser Bereich muss sich vollständig auf dem eigenen Grundstück befinden.
Anders als in einem Innenraum ohne Luftbewegung können im Außenbereich keine allgemeingültigen Raummaße vorgegeben werden. Form und Größe des Schutzbereiches hängen von der Konstruktion des Gerätes und von seinem Aufstellort ab. Daher müssen die individuellen Vorgaben des Herstellers beachtet werden.
Außerhalb des angegebenen Schutzbereiches gelten keine besonderen Einschränkungen bezüglich des Kältemittels.
Welche Abstände müssen gegenüber Nachbargrundstücken, Verkehrswegen oder der Straße eingehalten werden – und welche Bedeutung haben dabei Schallschutz, und die Ausblasseite des Geräts?
Uwe Marx: Die Mindestabstände zu den Nachbarn sind gesetzlich geregelt, daher ist eine frühzeitige Abstimmung mit der Bauaufsichtsbehörde ratsam.
Die erforderlichen Entfernungen zu den Grundstücksgrenzen sind in den Landesbauordnungen festgelegt, lokale Vorschriften können hiervon abweichen. Häufig dürfen kleine Wärmepumpen innerhalb solcher Abstandsflächen aufgestellt werden. Die nachträgliche Installation auf dem Dach einer vorhandenen Garage stellt gegebenenfalls die Umnutzung einer Grenzbebauung dar und ist unbedingt mit der Bauaufsichtsbehörde abzustimmen.
Die zulässige Lärmbelastung vor den Fenstern von Wohn- oder Schlafräumen des Nachbarn sind im Immissionsschutzrecht geregelt. Verantwortlich für die Einhaltung der Anforderungen ist der Betreiber der Wärmepumpe (Schutzpflicht). Der Mindestabstand zum Nachbarn resultiert aus dem Geräuschverhalten der Wärmepumpe und den Aufstellbedingungen. Der Planer erstellt vorab einen entsprechenden Schallschutznachweis, der von der Bauaufsichtsbehörde eingefordert werden kann.
Im Winter kann der Boden vor der Wärmepumpe durch die austretende kalte Luft abkühlen, so dass bei feuchtem Untergrund und Temperaturen um den Gefrierpunkt Glatteis entstehen kann. Die betroffenen Wege müssen bei Bedarf rechtzeitig eisfrei gehalten werden.
Vielen Dank für das Gespräch.
Zur Vertiefung
Ergänzend zum Interview stehen die VdZ-Fachbroschüren zur Verfügung, an denen Uwe Marx mitgewirkt hat. Sie richten sich insbesondere an Fachhandwerker, Planer und Energieberater, bieten aber auch technisch Interessierten vertiefende Informationen rund um Wärmepumpen.

Über den Interview-Partner
Uwe Marx ist in der Normung und Gremienarbeit mit Schwerpunkt Wärmepumpen bei der Vaillant GmbH tätig.
Foto Header: Vaillant GmbH; Porträtfoto: privat
