Warme Fußböden sind eine Wohltat: Sie machen das Zimmer gemütlich und sie sind gut für die Gesundheit. Mit einer Fußbodenheizung können Sie außerdem besonders energiesparend heizen. Neben vielen Vorteilen weist diese Art des Heizens aber auch einige Besonderheiten auf, die Sie bei der Wahl zwischen klassischem Heizkörper und Fußbodenheizung beachten sollten.

Von der römischen Therme zum modernen Heizsystem

Auf kalte Füße hatten schon die alten Griechen und Römer keine Lust: Sie erhitzten in Bade- und Wohnhäusern die Fußböden, indem sie warme Luft aus Brennöfen in Hohlräume unter dem Boden leiteten. Dafür verlegten sie den Fußboden auf Pfeilern aus Ziegeln. In ähnlicher Form kommt dieses Bauprinzip heute noch zum Einsatz, als Hausbesitzer kommen Sie 2015 aber einfacher an warme Fußböden: Erstens müssen Sie Ihre Böden nicht extra unterkellern, da die Heizungsrohre oder Heizkabel mit dem Boden verbaut werden. Bei sogenannten Nass-Systemen verlaufen die Leitungen fürs Heizwasser sogar direkt im Boden, weil sie nach dem Verlegen mit Estrich umgossen werden, der dann aushärtet. Zweitens können Sie Ihren Fußboden komfortabel und zentral mit Elektrizität oder Warmwasserleitungen erwärmen.

Für die Installation einer Fußbodenheizung spricht eine Menge, insbesondere in Neubauten. Fußbodenheizungen haben jedoch auch einige Nachteile, die vor allem bei nachträglichen Modernisierungen im Gebäudebestand bedacht werden sollten. Mit einer Fußbodenheizung werden Ihre Räume „behaglicher“, wie es auch in der Fachsprache heißt. Das liegt daran, dass Flächenheizungen, ähnlich wie Kachelöfen, vor allem Strahlungswärme abgeben, die als angenehmer empfunden wird als die sogenannte Konvektionswärme normaler Heizkörper-Radiatoren. Nachteil: Sie reagieren deutlich langsamer als die Heizkörper an der Wand – beim Aufheizen und auch beim Abkühlen für die Schlafphase, wobei die Warmwasser-Version stärkere Verzögerungseffekte hat als die elektrische Version. Vorteil: Die gleichmäßig verteilte Wärme erschwert es Hausstaubmilben und auch Schimmelpilzen sich auszubreiten. Ein weiterer Segen für Allergiker: Fußbodenheizungen wirbeln weniger Staub auf als Heizkörper mit Luftschlitzen.

Empfehlenswert unter Fliesen

Die meisten handelsüblichen Teppichböden sind nicht mit der „Heizung von unten“ kompatibel. Sie machen den Heizeffekt größtenteils zunichte. Holz- oder Korkböden vertragen sich nur mit speziellen Heizungstypen gut, während Fliesen den Effekt ideal verstärken. Ein Nachteil für die Nachrüstung im Gebäudebestand kann sein, dass für den Einbau aufwändige Bodenarbeiten notwendig würden. Im Neubau dagegen halten sich der Aufwand und die Installationskosten in Grenzen. Wer sich raumhohe Fenster und eine raumgreifende Einrichtung wünscht, hat zwei weitere Vorteile: Die Fußbodenheizung ist unsichtbar und steht auch bei der Zimmergestaltung nicht im Weg herum. Langfristig können mit einer Fußbodenheizung in vielen Fällen Betriebskosten eingespart werden. Außerdem können Sie Fußbodenheizungen gut mit erneuerbaren Energiequellen wie Solaranlagen und Wärmepumpen kombinieren, um den Heizkreislauf noch effizienter zu machen.

Als abgespeckte Version einer Fußbodenheizung kann die elektrische Fußbodentemperierung eine sinnvolle Ergänzung zu Systemen mit sichtbaren Heizkörpern sein. Sie sorgt in den Übergangszeiten vor und nach dem Winter für angenehme Wärme.