Sie holen gern das meiste aus allem heraus? Dann haben wir einen Tipp für Sie: Lassen Sie Ihre Heizung einmal gründlich auf mögliche Einsparpotenziale untersuchen. Der Profi erledigt das in nur einer Stunde – und verrät Ihnen anschließend, wie Sie Ihre Heizkosten auf Dauer senken können. Seit 2016 gibt es eine Weiterentwickelung des bewährten Prüfverfahrens: den Heizungs-Check 2.0.

Fachhandwerker führt Messungen im Rahmen des Heizungs-Check durchHeizungsanlagen sind komplexe Systeme mit vielen Bestandteilen. Wärmeerzeuger, Rohrleitungen, Heizungspumpen und Thermostatventile sorgen im Zusammenspiel dafür, dass Sie in jedem Raum die gewünschte Temperatur und beim Duschen angenehm warmes Wasser haben. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es in vielen Häusern anders aus: Durch ineffiziente Heizkessel, überdimensionierte Pumpen, veraltete Thermostatventile und die fehlende Abstimmung der Komponenten geht unnötig Energie verloren. Oftmals führen diese Faktoren auch zu Einbußen beim Wohnkomfort. Doch selbst, wenn Sie keine Mängel bemerken, kann es sein, dass Sie Jahr für Jahr Heizenergie verschwenden.

Professionell und schnell

Ob eine Anlage optimal arbeitet, kann nur der Profi zuverlässig beurteilen – und zwar am besten mithilfe eines sogenannten Heizungs-Checks. Dieses Prüfverfahren ist genormt und liefert damit unabhängige und neutrale Ergebnisse. Der Fachhandwerker untersucht Schritt für Schritt die gesamte Heizungsanlage. Mit einem Punktesystem bewertet er Zustand und Funktion der einzelnen Komponenten und deren Zusammenspiel. Dabei gilt: Weniger ist mehr. Denn je höher die Punktzahl ausfällt, desto mehr Energie verschwendet die untersuchte Komponente. Anhand der Gesamtpunktzahl bestimmt der Handwerker dann die Energieeffizienzklasse der kompletten Anlage.

Der Vor-Ort-Check dauert im Einfamilienhaus gerade mal eine Stunde. Auch die Kosten sind mit etwa 120 € im Einfamilienhaus überschaubar. Am Ende der Untersuchung erhalten Sie eine Tabelle mit den Prüfergebnissen und wertvolle Tipps, wie sich die aufgespürten Schwachstellen am besten beheben lassen.

Bewährt und aktuell

Der Heizungs-Check 2.0 ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Heizungs-Checks, den Fachbetriebe bereits seit 2010 anbieten. Zu den bisher 10 Schritten sind drei weitere hinzugekommen. Einen Überblick über alle Prüfschritte bietet Ihnen unsere interaktive Grafik zum Heizungs-Check. Das aktualisierte Verfahren untersucht nun neben den Bereichen Erzeugung, Verteilung und Abgabe von Raumwärme auch die Warmwasserbereitung. Ebenso werden jetzt zusätzliche Wärmeerzeuger, wie etwa Wärmepumpen, bewertet. Wenn Sie erneuerbare Energien beim Heizen nutzen, gibt es dafür im Check einen Bonus.

Darüber hinaus können Sie im Rahmen des Heizungs-Checks 2.0 das nationale Energielabel für alte Heizungen erhalten – wenn Ihr Heizkessel älter als 15 Jahre ist. Das Label wurde von der Bundesregierung eingeführt, um Besitzer veralteter Heizgeräte auf die Vorteile einer Sanierung aufmerksam zu machen. Konkrete Verpflichtungen, wie etwa den Kessel zu erneuern, ergeben sich daraus nicht.

Das Energielabel bewertet pauschal, wie effizient ein Kessel je nach Geräteart und Alter ist. Die Aussagen des Heizungs-Checks sind im Vergleich dazu aussagekräftiger, da der Fachhandwerker nicht nur den Wärmeerzeuger, sondern die gesamte Anlage prüft und außerdem auch konkrete Messungen vornimmt.

Und was kommt nach dem Heizungs-Check?

Hat der Fachhandwerker in Ihrer Anlage Verbesserungspotenziale entdeckt, wird er Ihnen entsprechende Gegenmaßnahmen vorschlagen. Das könnte zum Beispiel der Einbau neuer, voreinstellbarer Thermostatventile in Kombination mit einem hydraulischen Abgleich des Heizungssystems sein. Der Handwerker wird Sie auch auf mögliche Förderungen hinweisen. Wurde Ihre Heizung vor mehr als zwei Jahren eingebaut, so unterstützt der Staat zum Beispiel die genannten Optimierungsmaßnahmen mit einem Zuschuss von 30 % auf die Nettokosten.

Mit dem Heizungs-Check erfüllen Sie außerdem eine der Voraussetzungen, um Fördermittel aus dem Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) zu erhalten: Diese können Sie beantragen, wenn Sie zum Beispiel Ihren veralteten Heizkessel durch eine moderne Wärmepumpe oder Pelletheizung ersetzen und dabei das gesamte Heizungssystem optimieren lassen.

Übrigens: Ein erfolgter Heizungs-Check verpflichtet Sie nicht dazu, die empfohlenen Maßnahmen durchführen zu lassen. Sie können selbst entscheiden, was Sie umsetzen. Tatsächlich holen Sie aber oftmals erst mit der Kombination mehrerer Einzelmaßnahmen das meiste aus Ihrer Anlage heraus. Der Austausch alter Thermostatventile spart beispielsweise bis zu 15 % Energie ein, in Kombination mit einer neuen Heizungspumpe und einem hydraulischen Abgleich sind es sogar bis zu 20 %.

Weitere Infos zum Heizungs-Check 2.0 können Sie auch in unserer Broschüre nachlesen.