Deutschland hat im internationalen Vergleich eine sehr gute Trinkwasserqualität. Die strengen gesetzlichen Vorgaben haben auch Konsequenzen für die Warmwassernutzung in den eigenen vier Wänden. Als Hauseigentümer oder Mieter sollten Sie wissen, wie Sie Ihre Wasserleitungen keimfrei halten und was bei Installationen zu beachten ist.

Wasser sprudelt aus einem Hahn in eine BadewanneSchon der rechtliche Rahmen erinnert daran, wie wichtig die Wasserqualität für die Gesundheit der Bevölkerung ist: Die deutschlandweite, zuletzt im Sommer 2016 aktualisierte Trinkwasser-Verordnung, beruht teilweise auf dem Infektionsschutz-Gesetz. Sie regelt unter anderem, welche Krankheitserreger und Substanzen in welchen Höchstkonzentrationen im Wasser enthalten sein dürfen.

Auch in Ihren eigenen vier Wänden kommen Sie nicht an den gesetzlichen Bestimmungen vorbei: Alle Wasserversorgungsanlagen müssen ordnungsgemäß betrieben werden. Dazu zählen auch die Trinkwasser-Installationen in Wohnhäusern, also das gesamte Wassersystem mit Ausnahme des reinen Heizwassers. Folglich gelten Eigentümer als verantwortliche Betreiber, Mieter können Verwalter oder Vermieter haftbar machen. Die Idee dahinter: Bis zum Wasserzähler sind die großen Versorger verantwortlich, von da an bis zum Wasserhahn die Besitzer.

Die landeseigenen Gesundheitsämter überprüfen daher auch, ob Eigentümer und Vermieter die Auflagen erfüllen – erst recht, wenn sich Mietparteien über mögliche Gesundheitsrisiken beschweren. Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss mit Bußgeldern und Strafverfahren rechnen, schlimmstenfalls sogar Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen.

Schutz vor gefährlichen Bakterien

Im Kern geht es bei diesen Regelungen um den Schutz vor zwei Krankheitserregern: Legionellen können Lungenentzündungen verursachen, Pseudomonaden Wundinfektionen auslösen. Beide Bakterientypen können sich in Wasser ab 25 °C zu gefährlich hohen Konzentrationen vermehren. Deswegen ist es für die Kaltwasser- und Warmwasserkreisläufe bei Ihnen zu Hause wichtig, dass das kalte Wasser nie zu warm und das warme Wasser nie zu kalt wird. Bei ordnungsgemäßen Einbauten ist das ausgeschlossen: Hier sind die Leitungen ausreichend isoliert und Kaltwasserohre nicht direkt neben Heizkörpern installiert. In den Gesetzestexten und im Jargon der Versicherungen heißen solche Methoden „allgemein anerkannte Regeln der Technik“. Das Gegenteil heißt im Volksmund „Pfusch am Bau“.

Hilfe durch Zirkulationspumpen

Mit den richtigen Pump- und Leitungssystemen ist Ihre Wasserversorgung dauerhaft vor Krankheitserregern oder Kontamination geschützt. Sogenannte Legionellen-Schaltungen, die das Wasser nur kurzzeitig erhitzen, sind nicht zu empfehlen, weil die Temperatur in den Ruhephasen zu tief absinkt. Verlassen Sie sich besser auf Technik, die eine konstante Mindesttemperatur von 55 °C für das warme Trink- bzw. Brauchwasser garantiert. Eine mögliche Lösung dafür sind Zirkulationspumpen, die das Wasser beständig durch die Leitungen spülen. Dadurch haben es Keime schwerer, sich im „ruhenden Gewässer“ anzureichern. Da diese Pumpen, wenn sie veraltet sind, viel Strom verbrauchen, wird der Einbau hocheffizienter Modelle im Rahmen der Heizungsoptimierung mit 30 % der Kosten bezuschusst. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Website des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Wenn eine Reparatur oder ein Neubau im Bereich Warmwasser ansteht, sollten Sie stets auf professionelle Unterstützung zurückgreifen, anstatt sich als Heimwerker zu versuchen. In der entsprechenden Übersicht Ihres Wasserversorgers sind normalerweise nur Unternehmen gelistet, die auf zertifizierte Rohrleitungen und Bauteile zurückgreifen. Sie wissen schon: die allgemein anerkannten Regeln der Technik.