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Umweltfreundlich heizen – so geht`s

Das Klimapaket der Bundesregierung zielt auf umweltfreundliche Heizungen ab: Förderprogramme unterstützen Sie beim Umstieg auf regenerative Energieträger. Wie Sie Ihre CO₂-Bilanz in Punkto Heizen verbessern können und auf was Sie achten müssen, zeigt unser Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis:

Förderung für Ihre umweltfreundliche Heizung richtig nutzen

Die Bundesregierung will den Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorantreiben. Das neue Gesetzespaket der Bundesregierung von April 2022 sieht vor, den Ausbau regenerativer Energien auf ein vollkommen neues Niveau zu heben. Zum einen geht es darum, den Ausstoß von CO₂ zu reduzieren, zum anderen soll eine größere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen erreicht werden. Bei der Stromerzeugung  setzt die Regierung auf umweltfreundliche Energieträger wie Sonne, Wind oder Umweltwärme. Diese sollen bis 2030 mit 80 Prozent den größten Teil des Stromverbrauchs decken. Geplant ist außerdem, dass jede neue Heizung ab 2024 mindestens 65 Prozent der Energie aus regenerativen Energiequellen speist. Beim Erreichen dieser Ziele hilft unter anderem die 2021 in Kraft getretene Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wenn Sie umweltfreundlich heizen möchten, nutzen Sie diese Förderung für Ihre Heizung: 

Mit der Förderung für Ihre Heizung (BEG) können Sie …

  • … Ihre alte Heizung sanieren.
  • … Ihre alte Heizung gegen eine neue Heizung austauschen.
  • … Ihre Heizung optimieren.
  • … Ihr vor 2002 gebautes Haus auf einen höheren Effizienzstandard bringen.
  • … Ihren Neubau als Effizienzhaus 40 umsetzen.

Umweltfreundlich heizen – welche Maßnahmen sinnvoll sind

Ein Vorteil beim Sanieren Ihrer bisherigen Heizung: Sie müssen nicht gleich die ganze Anlage austauschen, sondern können Sie schon mit kleinen Maßnahmen verbessern. So können Sie zum Beispiel effektiv Energie und damit Heizkosten sparen, wenn Sie neue Raumtemperaturregler oder moderne Rohrleitungen einbauen. Fördermittel für die energetische Sanierung können Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen.

Wenn Ihre Heizung bereits seit 15 Jahren oder länger läuft, lohnt sich meistens die Investition in eine neue Anlage. Langfristig spart dies Energie und senkt die Heizkosten. Wenn Sie sich entscheiden, mit der neuen Heizung ganz oder teilweise auf regenerative Energien zu setzen, gibt es attraktive Fördermöglichkeiten. Lassen Sie sich am besten von einem Fachbetrieb beraten, um das optimale Heizsystem für Ihr Haus zu finden.

Wenn Sie Ihre Heizung von einem Fachbetrieb optimieren lassen, profitieren Sie gleich mehrfach davon: Die Räume werden gleichmäßig warm, Nebengeräusche verschwinden und der geringere Verbrauch schont das Klima. Ist die Anlage richtig eingestellt, kann die Heizung maximal effizient laufen. Für einen hydraulischen Abgleich inklusive Einstellung der Heizkurve oder die Dämmung von Heizungsrohren und andere Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Heizung optimieren, können Sie eine Förderung von 20 Prozent beantragen.

Weil energieeffiziente Gebäude ein wichtiger Teil der Energiewende sind, hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Standards für Effizienzhäuser entwickelt. Dabei gilt: Je niedriger die Effizienzhaus-Stufe, desto weniger Energie verbraucht ein Haus und desto höher fällt die Förderung aus. Für den Standard sind zwei Kriterien relevant: Der Gesamtenergiebedarf des Hauses (Primärenergiebedarf) und die Wärmedämmung (Transmissions­wärme­verlust). Einen Altbau mit einer hohen Effizienzstufe können Sie aufwerten, indem Sie es mit Einzelmaßnahmen effizienter machen. Dazu zählt zum Beispiel, wenn Sie das Dach oder Außenwände dämmen, die Fenster oder Außentüren tauschen oder wenn Sie Ihr Haus vor zu starker Hitze schützen. Für diese Maßnahmen können Sie eine Förderung in Höhe von 20 Prozent beantragen.

Wenn Sie Ihren Neubau von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördern lassen möchten, muss Ihr Haus seit April 2022 die Effizienzhausstufe 40 mit Nachhaltigkeits-Klasse erfüllen. Diese Klasse erreichen Sie zum Beispiel, indem Sie besonders neue langlebige Materialien verwenden, wenig Fläche verbrauchen oder der Einsatz von leichten Trennwänden. Zudem ist die Förderung nur in Kombination mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) möglich. Dafür muss Ihr Haus unter anderem eine besondere ökologische, technische und ökonomische Qualität aufweisen. Dazu zählen beispielsweise eine gewisse Wertstabilität, die Innenraumlufthygiene und die Umweltwirkungen über den gesamten Lebenszyklus. Die Förderung läuft bis zum 31.12.2022.

Das spricht für eine umweltfreundliche Heizung

Mehr als 70 Prozent der Haushalte in Deutschland wurde 2021 über eine Gas- oder Ölheizung versorgt. In vielen Kellern stehen veraltete Heizungen, die neben hohen Heizkosten unnötig viel Energie verbrauchen. Die mit dem geplanten Energiewechsel einhergehende CO₂-Steuer hat das Heizen mit Öl und Gas teurer werden lassen. Die Kosten werden durch ansteigende CO₂-Preise in den kommenden Jahren weiter nach oben gehen. Zudem ist das Verbrennen von fossilen Brennstoffen schädlich für das Klima. Etwa ein Drittel der CO₂-Emissionen in Deutschland entsteht in Gebäuden durch das Heizen oder bei der Warmwasserbereitung. Intelligentes Heizen ist daher ein großer Hebel für mehr Klimaschutz. Weil die Bundesregierung beschlossen hat, dass der Gebäudebestand bis 2045 klimaneutral sein soll, muss in den kommenden Jahren viel passieren. Mit dem Einbau einer umweltfreundlichen Heizung leisten Sie einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz:

Mit einer umweltfreundlichen Heizung

  • … schonen Sie den Abbau fossiler Rohstoffe.
  • … verbessern Sie Ihren persönlichen CO₂-Fußabdruck beim Heizen.
  • … sparen Sie Energie und Heizkosten.
  • … können Sie mit Zusatzboni eine Förderung in Höhe von bis zu 55 Prozent beantragen.

Auf regenerative Energieträger setzen

Die Alternativen zu Gas und Öl haben sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Mit ihnen können Sie nicht nur den CO₂-Verbrauch reduzieren und das Klima schonen – Sie sparen auf Dauer auch Heizkosten. Diese Alternativen gibt es:

  • Wärmepumpe 
  • Pelletheizung 
  • Solarthermie
  • Hybridheizungen

Wärmepumpe

Wärmepumpen eignen sich vor allem für gut gedämmte Häuser. Sie beziehen bis zu 75 Prozent der Wärme aus der Erde, dem Grundwasser oder der Luft. Den übrigen Teil decken sie mit Strom. Betreiben Sie die Wärmepumpe mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage oder Ökostrom, heizen Sie klimaneutral.

Vorteile:

  • hohes Sparpotenzial durch niedrigen Verbrauch
  • spezielle Tarife für Wärmepumpen bei einigen Anbietern 
  • mit Ökostrom heizen Wärmepumpen CO₂-frei und sind besonders umweltfreundlich

Förderung:

  • 35 Prozent
  • 45 Prozent beim Austausch einer Ölheizung durch eine Wärmepumpe
  • 5 Prozent Förderbonus, wenn Maßnahmen im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) vorgenommen werden 

Pelletheizung

Eine Pelletheizung funktioniert ähnlich wie eine Gas- oder Ölheizung – nur dass im Kessel Pellets aus Holz verbrannt werden. Pellets sind gepresste Holzspäne, die einen hohen Brennwert liefern.

Vorteile:

  • Sparpotenzial durch günstigen Rohstoff (Pellets)
  • umweltfreundlich, da Holz ein nachwachsender und daher klimafreundlicher Energieträger ist
  • Komfortabel: Pelletheizungen können auf Knopfdruck oder per App befüllt werden

Förderung:

  • 35 Prozent, beim Austausch einer Ölheizung durch eine Pelletheizung 45 Prozent
  • 5 Prozent Förderbonus, wenn Maßnahmen im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) vorgenommen werden 

Solarthermie

Mit einer Solarthermieanlage können Sie aus Sonnenenergie Wärme gewinnen – völlig kostenfrei. So können Sie Ihr Haus klimaneutral heizen und sind unabhängig von fossilen Rohstoffen. Ist Ihr Haus energiesparend gebaut, klappt das auch im Winter.

Vorteile:

  • keine Brennstoffkosten
  • unabhängig von fossilen Brennstoffen
  • emissionsfrei

Förderung:

  • 30 Prozent für Anlagen mit einer Kollektorenfläche unter 20 Quadratmeter. Für größere Anlagen kommt gegebenenfalls eine ertragsabhängige Förderung durch die BEG infrage.

Hybridheizung

Hybridheizungen kombinieren zwei Wärmeerzeuger miteinander. Das ist auch möglich, wenn Sie ein bereits bestehendes Heizsystem, wie zum Beispiel eine Gasheizung mit einem System aus regenerativen Energien, wie beispielsweise eine Wärmepumpe oder eine Solarthermieanlage ergänzen möchten.

Vorteile:

  • bestehende Heizungen lassen sich mit regenerativen Energien aufrüsten
  • fossile und regenerative Energien werden effizient und wirtschaftlich miteinander kombiniert
  • individuell anpassbar

Förderung:

  • 35 Prozent, wenn Sie mit Ihrer Hybridheizung zwei regenerative Energieträger kombinieren
  • 45 Prozent, wenn Sie eine Ölheizung durch eine Hybridheizung ersetzen
  • 5 Prozent Förderbonus, wenn Maßnahmen im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) vorgenommen werden 

Heizungen nachrüsten und umweltfreundlicher heizen

Wenn Sie umweltfreundlich heizen möchten, müssen Sie nicht gleich Ihre komplette Anlage austauschen. Schon mit kleinen Schritten können Sie etwas bewirken und nicht nur CO₂ einsparen, sondern auch Ihre Heizkosten senken. Fossile Energieträger wie Gas können Sie beispielsweise gut mit Solarthermie oder einer Pelletheizung ergänzen. Die moderne Heizungstechnik bietet Ihnen viele Möglichkeiten, Ihre bisherige Heizung zu verbessern und mit regenerativen Energien zu kombinieren. Generell gilt: Je effizienter die jeweiligen Rohstoffe eingesetzt werden können, desto geringer ist der Verbrauch.

Was bedeuten Energieeffizienzklassen bei Häusern?

Wie Haushaltsgeräte werden seit 2014 auch Gebäude in verschiedene Energieklassen eingeteilt und in den Energieausweis eingetragen. Wenn Sie ein Haus kaufen oder mieten möchten, können Sie an der Energieeffizienzklasse schnell abschätzen, wie hoch die Heizkosten sind, die mit der Immobilie auf Sie zukommen. Denn je niedriger die Energieeffizienzklasse ist, desto höher fallen die Heizkosten aus. Wenn Sie bei einem Haus aus den unteren Energieeffizienzklassen das Dach und die Fassade gut dämmen, es mit besser isolierenden Fenstern und einer umweltfreundlichen Heizung versehen, kann es effizienter werden und eine bessere Energieeffizienzklasse erreichen.

Häufige Frage zu den Energieeffizienzklassen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor, dass Gebäude einen Energieausweis haben müssen. Hintergrund ist, dass Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer damit besser bewerten können, wie viel Energie Ihr Gebäude verbraucht. Mithilfe der Energieeffizienzklassen können Sie schnell erkennen, mit welchem Bedarf an Energie Sie bei einem Haus oder einer Wohnung rechnen müssen. Ähnlich wie bei einem Kühlschrank, einer Wachmaschine oder anderen Haushaltsgeräten können Sie mithilfe des Labels schnell überblicken, wie hoch der Verbrauch von Energie ausfällt.

Der Energieausweis zeigt, in welche Energieeffizienzklasse ein Haus eingeteilt ist. Die Energieeffizienzklasse geht aus dem Endenergiebedarf oder -verbrauch pro Quadratmeter pro Jahr hervor. In folgende Klassen können Gebäude eingeordnet werden:

  • A+ – In diese Klasse werden nur besonders effiziente Energiesparhäuser eingestuft, die einen Endenergieverbrauch unter 30 kWh/(m2a) haben.
  • A – In diese Klasse fallen Häuser mit einem Endenergieverbrauch von 30 bis 50 kWh/(m2a), wie beispielsweise Niedrigstenergiegebäude.
  • B – Diese Klasse betrifft Niedrigenergiehäuser und bessere Neubauten mit einem Energiebedarf von 50 bis unter 75 kWh/(m2a).
  • C – In dieser Klasse befinden sich alle derzeit entstehenden Gebäude sowie Häuser, die auf dem KfW-Effizienzhaus-100-Stand saniert wurden. Ihr Endenergiebedarf liegt zwischen 75 bis unter 100 kWh/(m2a).
  • Die Energieeffizienzklassen D bis H betreffen ältere Gebäude und Altbauten mit einem Endenergiebedarf über 100 kWh/(m2a).

Gebäudeeffizienzklassen A+ bis C

  • Wärmepumpe
  • Fernwärme
  • Pelletheizung
  • Solaranlage für Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung

Gebäudeeffizienzklassen D bis G

  • Pelletheizung
  • Fernwärme
  • Solaranlage für Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung

Achtung: Gebäude in den Energieeffizienzklassen D bis G sollten Sie zunächst umfangreich sanieren (z.B. dämmen), bevor Sie die Heizung erneuern. Nur so kann das neue Heizsystem effizient laufen und passt optimal zum Gebäude.

Das ist Pflicht: So sehen die gesetzlichen Vorschriften aus

Die Bundesregierung hat am 1. November 2020 mit dem Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung regenerativer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung (Gebäudeenergiegesetz; GEG) ihre energie- und klimapolitischen Ziele gesetzlich geregelt. Der Koalitionsvertrag der Ampelregierung sieht vor, dass jede Heizung, die ab dem 01.01.2025 eingebaut wird, zu 65 Prozent mit regenerativen Energien laufen muss. Gleichzeitig sollen dann alle Gebäude im Neubau den Effizienzhaus 40-Standard einhalten. Ab dem 01.01.2024 gilt, dass alle Teile, die in Bestandsgebäuden erneuert werden, dem EH 70-Standard entsprechen. Das GEG regelt auch, dass Ölheizungen ab 2026 nicht mehr eingebaut werden dürfen – weder im Alt- noch im Neubau.

Bildnachweise: © iStock/RomoloTavani

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