Mit einer Solarthermieanlage können Sie tagsüber günstig warmes Wasser erzeugen. Aber auch nach Sonnenuntergang ist noch ein heißes Bad drin – ein Warmwasserspeicher macht’s möglich. Damit beim Speichern künftig weniger Wärme verloren geht, gelten ab September strengere Dämmvorgaben für neue Modelle. Dies betrifft auch Geräte, die erwärmtes Heizwasser zwischenspeichern.

Wasser sprudelt aus einem Hahn in eine BadewanneEs gibt drei verschiedene Arten von Warmwasserspeichern, die jeweils unterschiedliche Funktionen in Gebäuden erfüllen: Trinkwarmwasser­speicher halten das Wasser zum Duschen, Baden oder Kochen warm. Sie sorgen dafür, dass man unter der Dusche nicht lange warten muss, bis das Wasser die gewünschte Temperatur hat. Ausreichend große Speicher können auch die Wärme aus weiteren Energiequellen, etwa einer Solarthermieanlage, aufnehmen.

Sogenannte Pufferspeicher dienen dazu, Heizwasser warmzuhalten und bei Bedarf an den Heizkreislauf abzugeben. Sie sind das Herzstück einer jeden Hybridheizung: Bei diesem Heizsystem speisen verschiedene Wärmeerzeuger, zum Beispiel ein Gas-Brennwertkessel und ein Kaminofen, Wärme in den Speicher ein. In Kombination mit einem hydraulischen Abgleich des ganzen Heizsystems erstattet der Staat für den Einbau eines Pufferspeichers 30 % der Kosten.

Darüber hinaus gibt es Kombispeicher, die beide Funktionen vereinen, also sowohl Trinkwasser als auch Heizwasser warmhalten. Die beiden Wasserkreisläufe werden dabei streng getrennt. Schließlich muss Trinkwasser andere Hygieneansprüche erfüllen als Wasser, das durch Heizungsrohre fließt. Kombispeicher bieten sich beispielsweise an, wenn eine Solarthermieanlage sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Heizung unterstützen soll.

Verschärfte Vorgaben für alle Speichervarianten

Für alle drei Varianten gelten ab dem 26. September 2017 neue Anforderungen in Sachen Energieeffizienz: Die Ökodesign-Richtlinie der EU sieht vor, dass Speichersysteme mit einem Inhalt von bis zu 2.000 Litern nicht mehr so viel Wärme verlieren dürfen wie bisher. Das heißt, die Hersteller sind in der Pflicht, ihre Geräte künftig noch besser zu dämmen. Haben Sie in Ihrem Haushalt bereits einen Warmwasserspeicher installiert, müssen Sie diesen allerdings nicht nachrüsten. Auch Händler dürfen Modelle aus ihrem Lager noch verkaufen, selbst wenn diese nicht den neuen Anforderungen entsprechen.

Energielabel hilft bei Kaufentscheidung

Die Neuregelung wirkt sich auch auf das Energielabel aus, das Verbraucher EU-weit über die Effizienz verschiedenster Geräte im Haushalt informiert. Diese Kennzeichnung wurde für Warmwasserspeicher ebenso wie für Heizgeräte und Warmwasserbereiter im September 2015 eingeführt. Durch die verschärften Vorgaben fällt nun die schlechteste Klasse (G) weg, dafür kommt die Top-Klasse A+ hinzu. Modelle, die bislang die Klassen D und niedriger erreicht haben, dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Sie weisen zu hohe Wärmeverluste auf.

Wie hoch genau der Wärmeverlust eines Modells ist, zeigt Ihnen das Energielabel. Je kleiner der Wert, desto besser ist die Wärmedämmung. Wenn Sie sich einen neuen Warmwasserspeicher anschaffen möchten, sollten Sie neben dem Energielabel unbedingt einen Profi zurate ziehen. Die Energieeffizienz ist nur eines von vielen wichtigen Kriterien, um ein für Sie passendes Modell zu finden.