Heizen mit Holz ist nicht nur wegen der stimmungsvollen Flammenoptik und wohltuenden Wärmestrahlung beliebt, es ist auch ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Wer mit Holz heizt, heizt CO2-neutral, unabhängig von fossilen Brennstoffen und sehr kostengünstig. Den nachwachsenden Energieträger gibt es beim Holzhändler – und noch günstiger, wenn man ihn selbst im Wald aufsammelt. Doch dazu braucht man eine Erlaubnis. Wie Sie die bekommen, erfahren Sie in diesem Tipp.

Ein Mann mit Jacke, Handschuhen und Mütze steht neben einem Stapel Holzscheite und hält einen großen Scheit in seiner linken Hand.Ein Kubikmeter Kaminholz enthält dieselbe Heizkraft wie ein voller 200-Liter-Öltank. Beide Energieträger können Sie sich vom Händler nach Hause liefern lassen, Holz natürlich auch in Pelletform. Wer gerne Zeit in der Natur verbringt, kann das Holz auch selbst im Wald aufsammeln – „auflesen“, wie man sagt. Erlaubt ist dies jedoch nur mit dem sogenannten „Holzleseschein“. Diesen können Sie bei Ihrer Stadt, Gemeinde oder dem Forstamt beantragen. Die Kosten und Regeln für das Holzsammeln können je nach Kommune und Forstamt unterschiedlich sein, ebenso die Dauer der Gültigkeit. Die Selbstversorgung mit Brennholz aus dem Wald ist in den letzten Jahren stark gewachsen und wird deshalb reglementiert.

Was man mit dem Holzleseschein darf

Der Holzleseschein ist zwischen einem Monat und einem Jahr gültig und erlaubt, bei Tageslicht (zwischen Sonnenaufgang und -untergang) Holz zu sammeln, das bei Waldarbeiten in öffentlichen Waldstücken der zuständigen Kommune übrig geblieben ist. Dabei wird die Menge des Holzes festgelegt. Selbst Bäume zu fällen ist in der Regel nicht zulässig, sondern erfordert eine extra Genehmigung des Forstamtes. Der Holzleseschein gilt nicht für Privatwälder, für Naturschutzgebiete und innerhalb der Schonzeiten für Wildtiere (in der Regel die Monate März, April und Mai). Nach dem Sammeln wird das Holz am Wegrand gestapelt. Der Förster begutachtet, vermisst es und setzt den Preis fest. Danach kann es mitgenommen werden.

Frisches Holz trocknen lassen

Holz direkt aus dem Wald geholt, hat oft noch einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 40 %. Damit würde es nicht vollständig verbrennen und viele Schadstoffe freisetzen. Diese schaden sowohl der Umwelt als auch der Holzfeuerstätte.

Man sollte also das Holz zu Hause zum Trocknen und Lagern entsprechend vorbereiten. Dazu gehört, es zu zerkleinern. Nicht nur aus Platzgründen, sondern auch weil Scheitholz im Kamin den Flammen eine bessere Oberfläche bietet und besser verbrennt. Zum Trocknen sollte das Holz an einem geeigneten Ort gelagert werden, wo es vor Feuchtigkeit geschützt ist. Nachdem das Holz rund zwei Jahre Zeit zum Trocknen hatte, ist die Holzfeuchte in der Regel um die Hälfte auf unter 20 % gesunken. Jetzt ist es im idealen Zustand für Kamin, Grill und Lagerfeuer.

Wer das Holz direkt beim Händler kauft, erspart sich zwar einiges an Arbeit. Doch wenn man sich die Zeit nimmt für das ursprüngliche Naturerlebnis im Wald, erlebt man das Kaminfeuer möglicherweise mit einem noch besseren Gefühl – und spart zusätzlich auch noch Geld.