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Heizen mit Gas, Öl, Fernwärme und Wärmepumpe im Kostenvergleich

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Wie teuer ist Heizen heute, und wie könnten sich die Kosten künftig entwickeln? Aktuelle Vergleichswerte und langfristige Prognosen zeigen, welche Mehrkosten durch Energiepreise, klimafreundlichere Brennstoffe und neue gesetzliche Vorgaben entstehen könnten. Zudem erfahren Sie, wie sich die Ausgaben senken lassen.

Die Heizkosten entwickeln sich je nach Energieträger unterschiedlich. Während für Heizöl 2026 ein deutlicher Kostenanstieg erwartet wird, könnten die Ausgaben für Gas zunächst leicht sinken. Wärmepumpen verursachen in den betrachteten Beispielgebäuden die niedrigsten laufenden Heizkosten. Doch wie entwickeln sich die Kosten in den kommenden Jahren? Und was bedeuten die neuen gesetzlichen Regelungen für die Wahl der Heizung und die CO₂-Kosten in Mietwohnungen?

Heizkosten 2026: Was kosten die verschiedenen Heizsysteme?

Wie teuer das Heizen ist, hängt vor allem vom Energieträger, dem energetischen Zustand des Gebäudes und dem individuellen Verbrauch ab.

Der aktuelle Heizspiegel 2026 von co2online zeigt, wie sich die Heizkosten 2025 entwickelt haben und welche Ausgaben für 2026 zu erwarten sind. Während Erdgas etwas günstiger werden könnte, müssen Haushalte mit Heizöl und Holzpellets mit deutlichen Mehrkosten rechnen.

Wärmepumpen mit den niedrigsten laufenden Kosten

Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus werden 2026 durchschnittliche jährliche Heizkosten von 735 Euro mit einer Wärmepumpe prognostiziert. Es folgen Holzpellets mit 860 Euro und Erdgas mit 1.120 Euro. Für Heizöl werden 1.275 Euro, für Fernwärme 1.310 Euro erwartet.

In einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern liegen die prognostizierten Kosten bei 1.300 Euro für eine Wärmepumpe, 1.740 Euro für Holzpellets und 1.930 Euro für Erdgas. Fernwärme kostet voraussichtlich 2.055 Euro und Heizöl 2.745 Euro.

Gegenüber 2025 steigen die Heizölkosten damit um rund 28 Prozent, die Pelletkosten um 23 Prozent. Bei Erdgas werden dagegen Rückgänge von vier Prozent in der Wohnung und fünf Prozent im Einfamilienhaus erwartet.

Gas könnte mittelfristig wieder teurer werden

Die prognostizierte Entlastung bei Erdgas dürfte allerdings nicht von Dauer sein. Nach Einschätzung von co2online könnten sich gestiegene Großhandelspreise zeitversetzt Ende 2026 oder 2027 in höheren Heizkosten niederschlagen. Der für 2026 erwartete Rückgang ist deshalb kein Beleg für dauerhaft sinkende Gaskosten.

Achtung: Die Werte sind Durchschnittswerte und Prognosen. Die tatsächlichen Heizkosten hängen unter anderem vom energetischen Zustand des Gebäudes, vom Wärmebedarf und vom individuellen Heizverhalten ab.

Der Heizspiegel für Deutschland 2026 zeigt, wie sich die Heizkosten je nach Energieträger entwickeln und wo Haushalte sparen können. Quelle: co2online gGmbH, Deutscher Mieterbund und Bauherren-Schutzbund, Heizspiegel für Deutschland 2026.

Heizkosten von Gasheizung, Ölheizung, Fernwärme und Wärmepumpe im Vergleich

Heizkosten bleiben auf hohem Niveau: In einer durchschnittlichen 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus steigen die Kosten 2026 je nach Heizsystem unterschiedlich stark. Besonders für Heizöl werden deutliche Mehrkosten erwartet.Heizspiegel für Deutschland 2026, co2online, Deutscher Mieterbund und Bauherren-Schutzbund. Die Werte für 2026 sind Prognosen.

Langfristige Heizkosten von Wärmepumpe, Gasheizung und Ölheizung bis 2045

Heizkosten bleiben auf hohem Niveau: Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche entwickeln sich die Heizkosten 2026 je nach Heizsystem unterschiedlich. Besonders bei Heizöl und Holzpellets werden deutliche Preissteigerungen erwartet. Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2026, co2online, Deutscher Mieterbund und Bauherren-Schutzbund. Die Werte für 2026 sind Prognosen.

Wie beeinflusst das Gebäude die Heizkosten?

Nicht allein der Energieträger entscheidet über die Heizkosten. Auch Dämmung, Gebäudealter, Heizungsregelung und individuelles Heizverhalten spielen eine wichtige Rolle. Bei Wärmepumpen kommt es insbesondere auf die Effizienz der Anlage und die benötigten Vorlauftemperaturen an.

Der Heizspiegel nach Gebäudebaujahr ermöglicht einen differenzierteren Vergleich mit Gebäuden ähnlichen Alters. Er hilft dabei, die eigenen Heizkosten besser einzuordnen und mögliche Einsparpotenziale zu erkennen.

Laut co2online können rund 90 Prozent der Haushalte ihre Heizkosten noch senken. Im Durchschnitt beträgt das Einsparpotenzial etwa 465 Euro pro Jahr in einer Wohnung und bis zu 1.000 Euro in einem Einfamilienhaus. Schon richtiges Heizen und Lüften sowie ein sparsamer Warmwasserverbrauch helfen. Weitere und größere Einsparungen lassen sich durch verschieden Maßnahmen im Rahmen einer Heizungsoptimierung und einer energetischen Gebäudemodernisierung erreichen.

Warum bergen fossile Heizungen langfristige Kostenrisiken?

Für die Wahl einer neuen Heizung ist nicht nur entscheidend, was der Betrieb heute kostet. Da Heizungsanlagen meist über viele Jahre genutzt werden, sollten auch die langfristigen Energiepreise und gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt werden.

Kostenprognose bis 2045

Die Heizkostenprognose von co2online für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zeigt deutliche Unterschiede über den Zeitraum 2026 bis 2045. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe werden rund 24.500 Euro Heizkosten kalkuliert. Bei einer rein fossilen Gasheizung sind es etwa 55.600 Euro, bei einer rein fossilen Ölheizung rund 67.200 Euro. Damit liegen die prognostizierten Kosten fossiler Heizungen um rund 31.000 bis 42.000 Euro über denen der Wärmepumpe.

Kostentreiber Bio-Treppe?

Zum zusätzlichen Kostentreiber könnte die sogenannte Bio-Treppe werden, die mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) neu eingeführt wurde. Sie verpflichtet Eigentümer, die eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbauen, ab 2029 schrittweise einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe zu nutzen. Dazu zählen beispielsweise Biomethan, Bio-Heizöl und andere gesetzlich anerkannte biogene oder erneuerbare Brennstoffe. Der vorgeschriebene Anteil steigt nach aktuellem Gesetzesstand von mindestens zehn Prozent ab 2029 auf 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040.

Diese Brennstoffe sind teilweise deutlich teurer als herkömmliches Erdgas oder Heizöl und nur begrenzt verfügbar. Nach der Modellrechnung von co2online steigen die prognostizierten Heizkosten einer Gasheizung über 20 Jahre mit Biomethan auf rund 65.100 Euro, mit Wasserstoff auf rund 66.500 Euro. Für Bio-Heizöl liegen noch keine belastbaren Langfristdaten vor.

Klimafreundliche Brennstoffe können die langfristigen Kosten von Gas- und Ölheizungen beeinflussen.

Heizen mit Gas und Öl könnte langfristig deutlich teurer werden. Bis 2045 könnten die Heizkosten fossiler Heizungen um bis zu 42.000 Euro höher liegen als bei einer Wärmepumpe. Grundlage: Heizspiegel und Energiepreisannahmen des Umweltbundesamtes (Stand Mai 2026). Die Angaben beruhen auf Modellrechnungen und sind keine Garantie für die tatsächliche Kostenentwicklung.

Keine Garantie

Die Prognose ist keine Garantie für die tatsächliche Preisentwicklung. Sie verdeutlicht aber, warum bei einer neuen Heizung nicht nur die Anschaffungskosten zählen, sondern auch die künftigen Brennstoffpreise, Netzentgelte und gesetzlichen Anforderungen.

Auch Fernwärme kann eine Alternative sein. Allerdings hängen ihre Kosten stark vom jeweiligen Versorgungsnetz, dessen Erzeugungsstruktur und den örtlichen Preisbedingungen ab.

CO₂-Kosten: Wer zahlt als Mieter oder Vermieter?

Die CO₂-Kosten für Gas und Heizöl werden in Mietwohnungen grundsätzlich nach einem Stufenmodell zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt. Maßgeblich ist der CO₂-Ausstoß des Gebäudes: Je schlechter dessen energetischer Zustand, desto höher ist in der Regel der Kostenanteil des Vermieters. Bei besonders emissionsarmen Gebäuden tragen die Mieter die CO₂-Kosten vollständig, bei sehr emissionsintensiven Gebäuden übernimmt der Vermieter bis zu 95 Prozent.

Tipp: Das Bundeswirtschaftsministerium erläutert die CO₂-Kostenaufteilung zwischen Mietern und Vermietern und bietet dazu auch ein Berechnungstool.

Achtung: Mit dem GModG wurde auch das bisherige CO2-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) geändert. Betroffen sind Gas-, Öl- und Flüssiggas-Heizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaut werden. Bestehende Anlagen genießen weiterhin Bestandsschutz und bleiben beim bisherigen Stufenmodell.

Fazit: Heizkosten langfristig im Blick behalten

Der Heizspiegel 2026 zeigt, wie unterschiedlich sich die Heizkosten je nach Energieträger entwickeln. Während die Wärmepumpe in den betrachteten Beispielgebäuden die niedrigsten laufenden Kosten verursacht, werden insbesondere bei Heizöl deutliche Preissteigerungen erwartet. Auch langfristig sprechen die Prognosen von co2online für ein höheres Kostenrisiko bei fossilen Heizungen. Die Bio-Treppe kann dieses Risiko durch die vorgeschriebenen klimafreundlicheren Brennstoffanteile zusätzlich erhöhen.

Wer eine neue Heizung plant, sollte deshalb nicht nur die Investition betrachten, sondern auch Energiepreise, gesetzliche Vorgaben und die erwarteten Betriebskosten über viele Jahre. Gleichzeitig lohnt es sich, den eigenen Verbrauch zu überprüfen: Viele Haushalte können ihre Heizkosten bereits durch einfache Maßnahmen und eine optimierte Heizungsanlage deutlich senken.

Weitere Tipps finden Sie in unseren Beiträgen zum Heizkosten senken und zur Heizungsoptimierung.

Über den Autor

Dipl.-Ing. Jürgen Wendnagel ist Fachjournalist und Experte für Technische Gebäudeausrüstung (TGA). Seit mehr als 25 Jahren begleitet er die Entwicklung von Heiz- und Wärmetechnik, erneuerbaren Energien sowie Lüftungs- und Klimatechnik im Wohngebäude. Für die Initiative „Intelligent heizen“ bewertet er Trends im Wärmemarkt und gibt Hauseigentümern fundierte Orientierung zu Fördermöglichkeiten und gesetzlichen Vorgaben.

Titelfoto: Zukunft Altbau

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