Smart Metering: „Intelligent heizen“ wörtlich genommen

Zu jedem Zeitpunkt das richtige Maß an Energie, egal ob Strom, Gas, Wasser oder Wärme: Dafür sorgt das sogenannte Smart Metering. Dahinter verbergen sich Messeinrichtungen für den Verbrauch sowie Daten, die es Nutzern ermöglichen, Ressourcen und Geld einzusparen. Alles, was Sie jetzt über Smart Metering wissen sollten, erfahren Sie in diesem Tipp.

Das Zuhause der Zukunft ist smart. Schon jetzt nutzen viele die Möglichkeit, die Raumtemperatur bequem aus der Ferne zu regeln, Jalousien zu bedienen oder elektronische Geräte miteinander zu vernetzen. In Zukunft wird das Smart Home eher zur Regel als zur Ausnahme.

Das erhöht einerseits den Komfort. Smarte Technologien sind aber auch eine Notwendigkeit beim Umbau unserer Energieversorgung. Deshalb wird der Einbau intelligenter Stromzähler und eines dazugehörigen Kommunikationsmoduls für die sichere Übertragung von Daten an Stromlieferanten und Netzbetreiber nach und nach Pflicht.

Zuständig für den Einbau ist Ihr Messstellenbetreiber, ausschlaggebend ist der Verbrauch:

  • Seit 2017 Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von über 10.000 kWh
  • Ab 2020 Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von über 6.000 kWh

Die allermeisten Haushalte verbrauchen deutlich weniger als 6000 kWh. Die Messstellenbetreiber können aber auch bei ihnen intelligente Zähler einbauen. Ob sie das machen, entscheiden die Unternehmen.

Ebenfalls ab 2017 müssen Betreiber Strom erzeugender Anlagen, wie beispielsweise Fotovoltaik auf dem Dach, mit einer Nennleistung von mehr als sieben Kilowatt (kW) intelligente Stromzähler verwenden. Hinzu kommen Betreiber von Blockheizkraftwerken oder elektrischen Wärmepumpen. Bis zum Jahr 2032 soll schließlich jeder Haushalt über ein intelligentes Messsystem verfügen.

Gut aufgestellt für die Energiewende

Mit einem Smart Meter sind Bewohner von Häusern und Wohnungen für die Energiewende im eigenen Heim gut aufgestellt. Denn heute und in Zukunft stammt die Energie, die wir verbrauchen, zunehmend aus regenerativen Quellen wie Sonne und Wind – das gilt auch für Heiztechnologien. Doch anders als klassische Energieträger wie Gas oder Kohle steht die regenerative Energie nur schwankend zur Verfügung.

Smart Metering ist somit Bestandteil eines umfassenden Paradigmenwechsels: In der Vergangenheit wurde die Stromerzeugung an den Stromverbrauch angepasst, das heißt in „Hochphasen“, beispielsweise an einem winterlichen Wochenende, sorgten die großen Kraftwerke für ausreichend Energie. Mit dem Umbau der Energieversorgung hin zu immer mehr regenerativen, volatilen Energiequellen ändert sich das.

Mit dem richtigen Timing Kosten sparen

Energie muss nun einerseits zwischengespeichert werden, um Überschüsse aufzufangen. Zum anderen erhält die zeitliche Steuerung des Stromverbrauchs beim Verbraucher eine besondere Bedeutung. So kann beispielsweise die Waschmaschine genau dann angeschaltet werden, wenn besonders viel grüner Strom aus erneuerbaren Energien verfügbar ist, beispielsweise Sonnenenergie im Sommer und Windenergie im Herbst. Und da Energie dann besonders günstig ist, können Verbraucher mit dem richtigen Timing Kosten sparen. Auch Erzeuger von Strom, die ihre Überschüsse – beispielsweise von einer Photovoltaikanlage – ins Netz einspeisen, erhalten mithilfe von Smart Metern Hinweise zum für das richtige Timing – auch, um die Netze nicht zu überlasten.

Damit das funktioniert, braucht es eine Technologie, mit deren Hilfe Erzeuger und Verbraucher in Echtzeit Daten austauschen können. Mit dem stufenweisen bundesweiten „Roll-out“ von intelligenten Stromzählern hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dafür den Grundstein gelegt.

Zeit für die Wende

Smart Meter ermöglichen also nicht nur das Fernablesen von Stromzählern. Sie sind Bestandteil einer sicheren, Kommunikationsinfrastruktur, die einen verschlüsselten Dialog zwischen Ihrem Zuhause und dem Energiesystem eröffnet und so den Gebäude-Energieverbrauch zeitlich an die Verfügbarkeit von Energie aus erneuerbaren Quellen anpasst. Dafür sorgt ein Home Energy Management System (HEMS), das Anforderungen aus dem Netz in einen optimierten Energieverbrauch Ihrer Geräte übersetzt.

Die Wärmeerzeugung macht ebenso wie der Verkehr einen Großteil des Endenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen in Deutschland aus. Ohne Wärme- und Verkehrswende kann die Energiewende nicht gelingen. Mit smarten Lösungen für Ihr Zuhause können Sie aber einen ganz persönlichen und nachhaltigen Beitrag leisten.

Bildnachweis: © Intelligent heizen (Beitragsbild)